Studienkurs

Heilkunst. Hospitäler im Italien der Frühen Neuzeit

Konzept und Organisation: Alessandro Nova, Jana Graul und Fabian Jonietz

"In der Toskana", schreibt Leon Battista Alberti – offenbar nicht frei von Stolz – in seinem Architekturtraktat, "gibt es wundervolle Hospitäler, die unter unglaublichen Kosten errichtet wurden." Damit steht er nicht allein, denn gleichermaßen würdigen auch zahlreiche weitere Dichter, Denker und Reisende das Wirken, die Ausstattung und Schönheit jener karitativen Einrichtungen, deren unterschiedlichste Aufgaben sich nur unzureichend durch den deutschen Begriff des "Krankenhauses" erfassen lassen. Als Pflege- oder Sterbehaus, als Heim von Findelkindern, Waisen oder Armen, doch auch in ihrer Rolle als Verwaltungen von Grundbesitz und Finanzmitteln waren Hospitäler auf das Engste mit dem sozialen und religiösen Leben der Städte verbunden. Die Einrichtungen bestimmten die urbane Struktur und das Stadtbild italienischer Kommunen in einem Maße, das heute nur noch schwerlich imaginiert werden kann, und spiegeln darin die dauerhafte Präsenz von Armut, Krankheit und Tod im städtischen Leben in der Frühen Neuzeit wider.

Der diesjährige Studienkurs des KHI Florenz zielt darauf, sich diesen übergreifenden Phänomenen durch die Auseinandersetzung mit dem Mikrokosmos "Hospital" anzunähern. Insbesondere fragt die Veranstaltung nach der Rolle, die an jenen Orten der Kunst als Vermittler zwischen Armut und Reichtum, Gesunden und Kranken, Seele und Körper, kurzum: zwischen Leben und Tod zukam. Auf einer ersten Ebene interessiert, auf welche Weise die Stiftung und Förderung von Hospitälern mit dem Bedürfnis nach Seelenheil oder Repräsentation verknüpft ist bzw. soziale Strukturen reflektiert. Die aufwendige architektonische Gestaltung und künstlerische Ausstattung zahlreicher Hospitäler verweist auf einer zweiten Ebene darüber hinaus auf grundsätzliche Überlegungen zur Wirkkraft von Bildwerken. Eine dritte Ebene bildet die eminente sozialhistorische Bedeutung der Institutionen für die frühneuzeitlichen Künstler, die hier nicht nur Versammlungen abhielten und ihre anatomischen Kenntnisse vertieften, sondern auch Werkstätten betrieben, wohnten und mitunter gar ihre Grabkapelle einrichten ließen.

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