Sehnsuchtswissenschaft? Über die Geschichte der Italienforschung und die Frage, wo Italien heute liegt

Plenarsektion III auf der 3. Arbeitstagung des Forums Kunstgeschichte Italiens

organisiert von Golo Maurer (Wien) und Gerhard Wolf (Florenz)

Zwischen etwa 1890 und 1960 gehörte die Italienforschung zu den zentralen Feldern der deutschsprachigen Kunstgeschichte. Ausgegangen war sie von zwei Strömungen von scheinbar entgegengesetzter Dynamik: Die gesellschaftlich weitverbreitete "irrationale" Sehnsucht nach dem so nahen und so fernen Italien, verbunden mit Vorstellungen von klassischer Schönheit und südlicher Lebensfülle , sowie das "rationale", Geistes- und Naturwissenschaften gleichermaßen prägende Bedürfnis nach Objektivität und methodischer Schärfe. Angesichts der globalen Öffnung der Disziplin heute steht der normative Status der italienischen Kunst ebenso in Frage wie der Glaube an eine Objektivierbarkeit ästhetischer Erfahrung, vom Kunstbegriff selbst ganz zu schweigen. Diskutiert werden soll in dieser Sektion, welche kreativen Potentiale die Italienforschung in ihrer frühen Phase hatte und welche Anknüpfungspunkte sich heute bieten.

PROGRAMM

Dienstag, 3. April 2012

14:45 - 15:00 Uhr

Golo Maurer (Wien): Zwischen Sehnsucht und Wissenschaft. Zum historischen Selbstverständnis der deutschsprachigen Italienforschung

15:00 - 15:40 Uhr

Steffi Roettgen (Florenz): Der Vasari-Komplex und die blinden Flecken der frühen deutschen Italienforschung

15:40 - 15:55 Uhr

Pause

15:55 - 16:35 Uhr

Gabriella Cianciolo (Palermo): Italien - Schwelle zum Orient. Wissenschaft und Exotik in der Deutschen Italienforschung des 19. Jahrhunderts

16:35 - 17:15 Uhr

Kai Kappel (Berlin): Nationale Geschichtsbilder und transkultureller Raum. Institutionelle Forschung zur mittelalterlichen Kunst Süditaliens im 20. Jahrhundert

17:15 - 17:30 Uhr

Gerhard Wolf (Florenz): Wo liegt Italien?

18:00 Uhr

Internationaler Round Table (Raum A 120):

Perspektiven der Italienforschung

mit Andreas Beyer (Paris), Sybille Ebert-Schifferer (Rom), Michel Hochmann (Paris), Elisabeth Kieven (Rom), Marianne Koos (Fribourg), Alessandro Nova (Florenz), Giovanna Perini (Urbino), Erik Thunø (New Brunswick), Gerhard Wolf (Florenz) und Ulrich Pfisterer (München)

Ludwig-Maximilians-Universität
Hauptgebäude, Raum A 120
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Dr. Golo Maurer  

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