Hans Aurenhammer: Reflexionen des Sehens in Gemälden Giovanni Bellinis

Wissenschaftliches Kolloquium / Colloquio scientifico

Die formalistische Kunstgeschichte wandte auf Bellinis Kunst die Kategorie eines 'stillgestellten', ruhige Distanz wahrenden Blicks an. Dieser abstrakte, uneingestanden modernistische Begriff von Visualität soll im Vortrag historisiert werden. Am Beispiel von drei sehr unterschiedlich konzipierten religiösen Werken - der frühen 'Kreuzigung' im Museo Correr, der 'Marienkrönung' in Pesaro und der 'Sacra Allegoria' der Uffizien - wird gefragt, wie Bellini selbst 'Sehen' thematisierte, sei es durch bildinterne Figuren des Schauens, sei es durch die Dispositive, mit denen der Betrachterblick durch die ästhetische Struktur der Bilder insgesamt formiert wird. Die vermeintlich 'ruhige Schau' kann in sich gebrochen, auf sich selbst gerichtet, aber auch zerstreut werden. Gezeigt werden soll, wie Giovanni Bellini in seinen Gemälden über Möglichkeiten und Grenzen religiöser Malerei im Zeitalter der Perspektive reflektiert und dabei implizit eine alternative Position gegenüber der Theorie Albertis einnimmt.

Prof. Dr. Hans Aurenhammer

Studium der Kunstgeschichte und Geschichte in Wien und Venedig. 1985 Promotion. 1985-1995 Universitätsassistent, 1996-2004 Assistenzprofessor an der Universität Wien. 2004 Habilitation. 2005 ao. Professor an der Universität Wien. Gastprofessuren in Venedig, Berlin (FU) und Dresden. Seit 2008 Professor für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Renaissance an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 2008 Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2009 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Studienzentrums Venedig. März 2010 Directeur d'études invité an der Ècole Pratique des Hautes Etudes, Paris. Mitherausgeber des 'Wiener Jahrbuchs für Kunstgeschichte'. Mitglied des Editorial Advisory Board des 'Journal of Art Historiography'.

Forschungsschwerpunkte: Italienische Malerei und Architektur der Renaissance, Kunsttheorie der Frühen Neuzeit, Geschichte und Methodologie der Kunstgeschichtswissenschaft.

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
Palazzo Grifoni - Seminarraum
Via dei Servi 51
50122 Florenz
Prof. Dr. Gerhard Wolf  
Telefon:+39 055 24911-49
E-Mail:dirwolf@...

Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie kostenlos über Veranstaltungen, Ausschreibungen, Ausstellungen und Neuerscheinungen des Kunsthistorischen Instituts in Florenz.

Wenn Sie unseren Newsletter beziehen möchten, tragen Sie bitte Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse ein:

*Pflichtfeld

Hinweise zum Versandverfahren

Der Versand der Newsletter erfolgt mittels MailChimp, bei dem Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Name zum Versand der Newsletter gespeichert werden.

Nach Ausfüllen des Formulars erhalten Sie eine sog. Double-Opt-In-E-Mail, in der Sie um Bestätigung der Anmeldung gebeten werden. Sie können dem Empfang der Newsletter jederzeit widersprechen (sog. Opt-Out). Einen Abmeldelink finden Sie in jedem Newsletter oder der Double-Opt-In-E-Mail.

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren sowie zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzhinweis.