Dr. Roberta Bartoli

Studiosa associata

Roberta Bartoli promovierte an der Universität Florenz und erlangte den akademischen Grad des dottorato di ricerca an der Universität Pisa. Sie war unter anderem Senior Mellon Fellow am Metropolitan Museum of Art in New York und ist Ehrenmitglied der Accademia delle Arti del Disegno in Florenz. Sie ist Autorin einer Monographie über Biagio d'Antonio (Mailand 1999) und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze zur Malerei und Skulptur des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Seit 2011 ist sie John E. Andrus III Curatorial Fellow am Minneapolis Institute of Arts und Visiting Professor an der University of Minnesota.

Die cassone- und spalliera-Malerei in der italienischen Renaissance: Corpus, Werkstätten, Ikonografie

Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts – und insbesondere in den letzten Jahrzehnten – ist eine deutliche Zunahme der Forschungen zur Profanmalerei (d. h. der malerischen Dekorationvon cassoni oder forzierispalliere und deschi da parto) der italienischen, und insbesondereder Florentiner Renaissance zu verzeichnen. Es ist bemerkenswert, dass in all diesen vielfältigen Abhandlungen regelmäßig auf jenes bis zum heutigen Tage unersetzliche Werk zurückverwiesen wird, mit dem der Grundstein für alle folgenden Untersuchungen auf diesem Gebiet gelegt wurde: Paul Schubrings Kolossalwerk Cassoni: Truhen und Truhenbilder der italienischen Frührenaissance (erstmals 1915, erneut mit Addenda 1923). Die Bedeutung von Schubrings Werk liegt darin, dass es sich um das einzige – nach damaligem Kenntnisstand – vollständige Corpus dieser Gattung der Profanmalerei handelt. Aufgrund des beträchtlich angewachsenen, doch verstreut veröffentlichten Materials erscheint eine erneute Zusammenstellung und Bearbeitung der – mittlerweile durch fast tausend Werke dokumentierten – Gattung höchst lohnenswert. Darüber hinaus lassen neue Zuschreibungen vieler Werke, Zustandsveränderungen (namentlich aufgrund von Restaurierungen), neue ikonografische Deutungen der dargestellten Sujets, veränderte chronologische Einordnungen, neu bekannt gewordene Schriftquellen, und nicht zuletzt die stark angewachsene Bibliografie eine corpusartige Erfassung und Bearbeitung des Materials auf dem neuesten Forschungsstand geboten erscheinen. Das Forschungsprojekt schickt sich an, der Forschung auf dem Gebiet der Profanmalerei der Renaissance ein weitmöglichst vollständiges und auf den neuesten Stand gebrachtes Corpus an die Hand zu geben.

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