Dietrich Erben: Der Platz des Liberalismus. Zur Stadtbaukunst aus der Perspektive der politischen Ideengeschichte

Wissenschaftliches Kolloquium / Colloquio scientifico

In der Interpretation von Gründungstexten zum Städtebau ist es ein Desiderat, diese Quellen einer historischen Kritik aus der Sicht der politischen Ideengeschichte zu unterziehen. Die Auseinandersetzung mit den Schriften zur Urbanistik konzentriert sich auf die Klärung von formalen Leitbegriffen und Analysekriterien sowie auf die dort erhobenen Gestaltungsforderungen für eine zukünftige Stadtplanung. Die Frage nach den politischen Konzeptionen, die den jeweiligen Stadtplanungsentwürfen zugrunde liegen, wurde hingegen kaum gestellt. An dieser Stelle setzt der Vortrag an, der anhand von zentralen Texten zur Urbanistik des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts unterschiedliche Ideen von Platzgestaltungen rekonstruiert, die auf der einen Seite dem Liberalismus und auf der anderen Seite dem Gedanke des Wohlfahrtsstaates verpflichtet sind.

Prof. Dietrich Erben - Curriculum

- 1994 Promotion an der Universität Augsburg; Dissertation: "Bartolomeo Colleoni. Die künstlerische Repräsentation eines Condottiere im Quattrocento" (erschienen 1996); danach Stipendiat am Kunsthistorischen Institut Florenz und DFG-Stipendiat;

- 2002 Habilitation an der ETH Zürich, Habilitationsschrift: "Paris und Rom. Die staatlich gelenkten Kunstbeziehungen unter Ludwigs XIV." (erschienen 2004);

- 2003-2009 Professor für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Frühe Neuzeit an der Ruhr-Universität Bochum;

- seit Oktober 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design an der Technischen Universität München

letzte Buchveröffentlichungen:

"Komponistenporträts. Von der Renaissance bis zur Gegenwart" (2008); "Die Kunst des Barock" (in der Reihe C.H. Beck Wissen, 2008)

Arbeitsschwerpunkte:

- Kunst- und Architekturgeschichte in Früher Neuzeit und Moderne, insbesondere Architekturtheorie, Institutionengeschichte und politische Ikonographie

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