Marianne Koos: 'Mit Haut und Haar'. Ikonisierung und Fetischisierung bei Jean-Étienne Liotard

Wissenschaftliches Kolloquium / Colloquio scientifico

Jean-Étienne Liotard (1702-1789) gehört zu jenen Malern des 18. Jahrhunderts, die - bis nach Konstantinopel gereist - dem europäischen Wunsch nach "wahren Bildern" vom Orient entgegenkamen und ihrer Spezialisierung in türkischer Maskerade Ausdruck verliehen. Wie Anne de Herdt und ausführlicher Viktoria Schmidt-Linsenhoff dargelegt haben, ist es neben der türkischen Tracht vor allem der lange, volle Lockenbart, mit dem Liotard in seinen zahlreichen Selbstporträts seinen Markennamen "le peintre turc" zu verbreiten suchte. Der Vortrag möchte Liotards zahlreiche Selbstporträts vorstellen, die bisherigen Deutungen des Wechselspiels von Präsenz und Absenz des Türkenbartes diskutieren und die darin verborgenen Strategien der Ikonisierung sowie Fetischisierung über eine genaue Analyse formaler Aspekte weiterführend beleuchten.

Marianne Koos ist wissenschaftliche Assistentin (Ass. Doct.-Recherche) und Habilitandin (SNF) an der Université de Fribourg, Lehrstuhl für moderne und neuzeitliche Kunstgeschichte (Prof. V. I. Stoichita). Sie hat Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Wien studiert und 2001 an der Goethe-Universität, Frankfurt/Main promoviert.

Mehrere Jahre Forschungsaufenthalt an den Kunsthistorischen Instituten in Florenz, Rom, Venedig und London als Magistrandin, Doktorandin und Postdoktorandin u.a. des Frankfurter Graduiertenkollegs 'Psychische Energien bildender Kunst' (DFG) und des Centro Tedesco di Studi Veneziani, Venedig. Wissenschaftliche Assistentin am Kunsthistorischen Institut der Universitäten Basel und Zürich, Lehrbeauftragte an den Universitäten Basel, Frankfurt/M., Freiburg i.Br., Fribourg, Wien und Zürich. Seit 2001 Herausgeberin und Redakteurin der kunst- und kulturwissenschaftlichen Fachzeitschrift 'FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur' (www.frauenkunstwissenschaft.de).

Habilitationsprojekt: "Haut, Farbe und Medialität. Oberfläche im Werk von Jean-Étienne Liotard (1702-1789)"

Forschungsschwerpunkte

- Italienische Kunst und Kunsttheorie der Frühen Neuzeit,

- Europäische Kunst und Kunsttheorie des frz. Sprachraums der frühen Moderne,

- Gender und Postcolonial Studies,

- Geschichte und Methoden der Kunstgeschichte

Neuere Publikationen

- Körperfarben - Hautdiskurse. Ethnizität & Gender in den medialen Techniken der Gegenwartskunst, FKW 43 (2007), H. 1.

- 'Malerei ohne Pockenspuren'. Oberfläche im Werk von Jean-Étienne Liotard, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 70 (2007), 545-572.

- Haut als mediale Metapher in der Malerei von Caravaggio, in: Daniela Bohde, Mechthild Fend (Hg.), Weder Haut noch Fleisch. Das Inkarnat in der Kunstgeschichte, Berlin 2007, 65-85.

- Amore dolce-amaro. Giorgione und das ideale Knabenbildnis der venezianischen Renaissancemalerei, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 33 (2006), 113-176.

- Bildnisse des Begehrens. Das lyrische Männerporträt in der venezianischen Malerei des frühen 16. Jahrhunderts - Giorgione, Tizian und ihr Umkreis, Berlin 2006.

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
Konferenzsaal
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Prof. Dr. Alessandro Nova  
Telefon:+39 055 24911-85
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