Forschung

Firenze città nobilissima
Topographie und Repräsentation

Jan Simane, Costanza Caraffa, Laura Cirri, Verena Gebhard, Stephanie Hanke, Lisa Hanstein, Alexander Auf der Heyde, Thomas Frangenberg

Die Geschichte der Stadt Florenz in allen ihren Ausprägungen ist ein auf konstant hohem Niveau in einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern aus allen historischen Einzeldisziplinen kontinuierlich im Fokus stehender Forschungsgegenstand. Die herausragende Bedeutung, die Florenz vor allem als Kunst-, Kultur-, Literatur- und Wissenschaftsmetropole in der Frühen Neuzeit und im Kontext der Regentschaft der Familie Medici erlangt hatte, lenkte die Aufmerksamkeit von jeher insbesondere auf diese Zeit. Die zahlreich überlieferten Zeugnisse dieser Epoche werden auch in Zukunft für immer neue Fragestellungen, sich neu formierende Zusammenhänge und sich verändernde Perspektiven konsultiert und entsprechend interpretiert werden müssen. Neben dem Desiderat, sowohl bekannte als auch bislang unberücksichtigte Quellen zu befragen, wird allgemein auch ihre Bereitstellung zur einfachen Konsultation mit den heute zur Verfügung stehenden Instrumenten erwartet. Das Projekt 'Firenze Città Nobilissima - Topographie und Repräsentation' verfolgt genau diese beiden Ziele.

Im Mittelpunkt wird bei dem geplanten Forschungsprojekt die 'topographische Literatur' stehen. Dazu gehören an erster Stelle die teils in vielen Neuauflagen verbreiteten Stadtführer "mit wirklich kunsthistorischem Anteil" (Schlosser 1924), die als neue, in Florenz entstandene Textgattung seit dem 16. Jahrhundert publiziert wurden. Anders als etwa die römischen Mirabilienbücher richteten sie sich nicht an den Pilger, sondern an den kunstinteressierten, gelehrten Reisenden. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Denkmalsinventare, die den Stadtraum mit ähnlichen Deskriptionskonzepten, wie sie den Führern immanent sind, systematisch beschreiben ('tópos', 'graphía'), ohne als Itinerare dienen zu wollen. Beide Quellengattungen wurden auch in vereinfachender Weise als 'guide' bezeichnet. Es handelt sich um erstrangige Zeugnisse für unterschiedliche Konzepte der Stadtbeschreibung, für die Gewichtung und individuelle Wahrnehmung der jeweiligen Autoren. Was galt als bedeutend und wie wurde es gesehen und beschrieben? Wer waren die Autoren und welches 'Bild' - im wörtlichen wie übertragenen Sinne - von Florenz haben sie den Lesern zu vermitteln versucht? Im Rahmen des geplanten Vorhabens werden die jeweiligen Funktionen und Beschreibungsmodalitäten der Texte sowie die dahinter stehenden Intentionen der Autoren ausführlich gewürdigt und differenziert dargestellt. Auf dieser Grundlage sollen anhand der Quellentexte die ideengeschichtlichen Konstanten und historischen Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung bzw. medialen Konstruktion des Stadtbilds sowie der Bau- und Kunstwerke in Florenz herausgearbeitet werden.

Das Hauptanliegen des Projekts ist somit die wissenschaftliche Analyse eines Quellenkorpus, das sich zu großen Teilen in den Beständen des Kunsthistorischen Instituts in Florenz befindet und gegenwärtig für eine netzbasierte Konsultation aufbereitet wird. Dabei kann auf entsprechende Applikationen aus anderen, bereits weit fortgeschrittenen Projekten am Kunsthistorischen Institut in Florenz zurückgegriffen werden. Das Vorhaben ist als Auftakt zu einem in den nächsten Jahren modular zu organisierenden netzbasierten Portal von ausgewählten Quellen zur Topographie und Geschichte der Stadt Florenz zu verstehen. Mit Publikationen und Tagungen sollen die Forschungsergebnisse frühzeitig einer breiten internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Bibliothek arbeitet bei diesem Projekt mit der Photothek zusammen.

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