Dietrich Erben: Florenz als Gründungsort der Moderne. Die Renaissance und das Konzept der "human architecture" im 20. Jahrhundert

Abendvortrag

Der Vortrag ist im weiten Feld der Renaissancerezeption angesiedelt und soll zugleich einen Beitrag zu den Wechselbeziehungen zwischen Architekturgeschichte und Baupraxis leisten. Er geht der Bedeutung von Florenz für die Idee einer "human architecture" in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Florenz wurde in diesem Zusammenhang als Ursprungsort der Renaissancearchitektur zu Beginn des 15. Jahrhunderts und als Ursprungsmilieu des Humanismus, der sich hier gleichzeitig etablierte, im Sinne einer Normorientierung für ein "humanes" Bauen aufgerufen. Erst die Skepsis gegenüber einer monolithen, linearen Sicht auf die Moderne machte die Wiederaneignung eines solchen historisch und topographisch konkreten Gründungsortes der Moderne überhaupt denkbar. Der Vortrag zeichnet diese besondere Erzählung von der Stadt sowohl auf der Ebene der Architekturgeschichtsschreibung als auch auf der Ebene der architektonischen Praxis nach. Hierfür wird als Beispiel die Neubebauung des unter der deutschen Besatzung 1944 gesprengten Stadtbereichs um den Ponte Vecchio in Florenz (siehe Bild) herangezogen.

Dietrich Erben

Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Literaturwissenschaft und Promotion 1994 an der Universität Augsburg mit der Dissertation "Bartolomeo Colleoni. Die künstlerische Repräsentation eines Condottiere im Quattrocento"; danach Stipendiat am Kunsthistorischen Institut in Florenz und DFG-Stipendiat; Habilitation 2002 an der ETH Zürich, Habilitationsschrift "Paris und Rom. Die staatlich gelenkten Kunstbeziehungen unter Ludwig XIV."; ab 2003 Professor für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum; seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design an der Technischen Universität München. Arbeitsschwerpunkte in der Kunst- und Architekturgeschichte in Früher Neuzeit und Moderne, insbesondere der politischen Ikonographie, der Geschichte der europäischen Kunstbeziehungen und der Architekturtheorie. Letzte Buchveröffentlichungen: "Der steinerne Gast. Die Begegnung mit Statuen als Vorgeschichte der Betrachtung"; "Die Kunst des Barock" (in der Reihe C.H. Beck Wissen); "Komponistenporträts. Von der Renaissance bis zur Gegenwart".

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
Palazzo Grifoni Budini Gattai
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50122 Firenze
Prof. Dr. Alessandro Nova  
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