Frank Büttner: Die Entdeckung des 'rilievo'. Malerei und Optik in Italien um 1300

Wissenschaftliches Kolloquium / Colloquio scientifico

Untersuchungen zur "Vorgeschichte" der Perspektive haben sich bislang fast ausschließlich mit möglichen Vorläufern der linearperspektivischen Konstruktion befasst. Damit wurde die Geschichte des perspektivischen Bildes unangemessen auf einen einzigen Entwicklungsstrang reduziert. Die spezifische Eigenart des perspektivischen Bildes ist es, Figuren und Gegenstände an ihrem Ort so darzustellen, dass sie dem Sehbild entsprechen, das der Betrachter von den realen Gegenständen hat oder haben würde. Eine wesentliche Rolle für die Erreichung dieses Zieles spielt die durch die Farbgebung erzielte Modellierung, die Cennino Cennini in seinem Traktat mit dem Begriff des "rilievo" bezeichnet hat. Das Prinzip des "rilievo" wurde in der italienischen Malerei um 1300 neu erfunden. Der Vortrag soll die mit dieser "Erfindung" verbunden Implikationen herausarbeiten und die These begründen, dass die in der zweiten Hälfte des Duecento aufblühende Wissenschaft der Optik entscheidende Anregungen zu dieser Entwicklung gegeben hat.

Prof. em. Dr. Frank Büttner

Geboren am 26. Juli 1944 in Görlitz; 1964 - 1970 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und deutschen Literaturwissenschaft an den Universitäten Kiel, München und Florenz; 1967-1970 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes; 1970 Promotion an der Universität Kiel mit der Dissertation "Die Galleria Riccardiana in Florenz" (Doktorvater: Prof. Dr. Erich Hubala); 1971 Stipendiat am Deutschen Kunsthistorischen Institut in Florenz; 1971 - 1974 Wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Kiel; 1971 - 1978 Wissenschaftlicher Assistent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Würzburg; 1978 Habilitation an der Universität Würzburg mit einer Arbeit über "Die Fresken und Freskenprojekte von Peter Cornelius (1783-1867)"; 1978 - 1982 Universitätsdozent, ab 1980 Professor an der Universität Würzburg; 1978-1988 Mitglied des erweiterten Vorstandes des Verbandes deutscher Kunsthistoriker; 1982 -1994 o. Professor und Direktor am Kunsthistorischen Institut der Universität Kiel; 1991 - 1992 Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Kiel; seit 1994 o. Professor für Kunstgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kunstgeschichte Bayerns an der Ludwig-Maximilians-Universität München; 1996 - 2008 Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, 2005 - 2008 dessen Vorsitzender; 2001-2003 Dekan der Fakultät 09 für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU; seit 2001 Projektleiter im SFB 573 "Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit"; seit 2006 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; seit 1. Oktober 2009 im Ruhestand

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
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Prof. Dr. Gerhard Wolf  
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