Stefan Neuner: Bild und Segel. Momente eines nautischen Nachlebens der Malerei bei Broodthaers, Buren und Rauschenberg

Wissenschaftliches Kolloquium / Colloquio scientifico

Eine 'idée reçue' der modernistischen Kunsttheorie besagt - Clement Greenberg lieferte ihre einprägsamste Formulierung -, daß ein Gemälde eine rechteckig begrenzte Fläche sei. Malerei ist dieser Vorstellung zufolge in dem Maße modernistisch wie sie diese ihre materiellen Voraussetzungen reflektiert: flache Formen bestätigen die Flachheit des Bildträgers. Im Horizont derselben autoreflexiven Logik begannen sich Künstler der Neo-Avantgarde mit der textilen Materialität des Leinwandgrundes auseinanderzusetzen und damit die Tatsache bewußt werden zu lassen, daß es einem Tuch, selbst wenn es bemalt oder eingefärbt ist, keineswegs von sich aus zukommt, als Ebene ausgebreitet zu werden. Einrollen, In-Falten-legen, aber auch Sich-Wölben oder Blähen: in solchen Bewegungen, gibt sich der textile Charakter der Leinwandoberfläche am deutlichsten zu erkennen. Im Zuge einer derartigen Reflexion des Mediums der Malerei stieß die Kunst der 70er Jahre wiederholt auf den Zusammenhang zwischen Segel- und Leinwandtuch und damit auch auf das Paradox, daß ein Gemälde, das sich gemäß seines textilen Wesens baucht, faltet oder im Winde flattert, insofern es sich im dreidimensionalen Raum bewegt, seine Identität als "Bild" im konventionell "flachen" Verstande zu verlieren beginnt

Stefan Neuner wurde 1974 in Wels geboren; Studium der Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an der Universität Wien. 1999 Junior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. 1999-2005 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für neuere und neueste Kunstgeschichte der Universität Wien.

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