Workshop

Leerstellen graphischer Künste – Funktion, Ästhetik und Bedeutung des nicht bezeichneten Raumes

organisiert von Elvira Bojilova und Lisa Jordan

Dass sich Zeichnung und Druckgraphik aus dem Setzen und Nicht-Setzen einer Spur konstituieren und damit kompositorische Gefüge aus Verdichtung und Entzerrung entstehen lassen, ist die wohl einfachste Explikation dieser Gattungen. Innerhalb dieses grundlegenden Dualismus nimmt die freie Fläche nicht zwangsläufig die untergeordnete Rolle gegenüber der zeichensetzenden Linie im Nebeneinander von Form und Nicht-Form ein. Ziel des auf die Frühe Neuzeit ausgerichteten Workshops ist es, der nicht bezeichneten Stelle in ihren verschiedenen Ausdrucksformen und Funktionen als aktiv bildbestimmendes Element nachzugehen. Die Beiträge des Workshops widmen sich, ausgehend von grundsätzlichen Fragen zu konkret physischen Eigenschaften des blanken Papiers, semantischen wie gleichermaßen bildtheoretischen Ausdifferenzierungen des Phänomens der Leerstelle je nach Technik und Sujet des Werkes. Dabei richtet sich der Blick unter anderem auf Helle bzw. Dunkel des urstofflichen Nichts sowie auf atmosphärische Landschaftsräume als offene Stellen potenzieller, metaphysischer wie künstlerischer Reflexionen. Ferner wird untersucht, wie und mit welchen ästhetischen Implikationen in der Druckgraphik eine Freistellung der Figur unterschiedlichen Motivationen geschuldet sein kann oder welche Leerstellen kunsthistorische Betrachtung selbst hervorbringt. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Beziehung von Bild und Text(-auslassung).

18. – 19. Januar 2018

Kunsthistorisches Institut in Florenz
Max-Planck-Institut

Palazzo Grifoni Budini Gattai
Via dei Servi 51
50122 Florenz

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