Heiko Damm: Feines Tuch. Anmerkungen zum Edinburgher Giambologna-Bildnis und zu Peter Candid als Porträtist
Vortrag
Das der Forschung wohlbekannte, von Lord Lindsay in Florenz erworbene Porträt des flämischen Bildhauers und Architekten Giambologna (um 1529-1608) verbindet die präzise Wiedergabe der individuellen Züge des Künstlers mit einer aussagekräftigen Darstellung seines Arbeitsumfeldes. Der Vortrag richtet seine Aufmerksamkeit auf eine Reihe signifikanter Details, die Rückschlüsse auf Giambolognas Selbstverständnis, seine Auffassung von der Rolle der Zeichnung im Werkprozess und seinen Umgang mit Modellen (im wörtlichen wie übertragenen Sinn) erlauben. Darüber hinaus soll das Verhältnis des Dargestellten zum mutmaßlichen Autor des Bildes, dem aus Brügge stammenden Pieter de Witte alias Pietro Candido (um 1548-1628), genauer beleuchtet werden. Dessen in Florenz entstandenes Frühwerk und sein bislang unbeachtetes Selbstbildnis werden im zweiten Teil des Vortrags vorgestellt.
Heiko Damm
Studium der Kunstgeschichte, Komparatistik und Italianistik in Leipzig, Berlin und Rom. Magisterarbeit über Berninis Hl. Laurentius. 2001-2004 Stipendiat und Wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut in Florenz. Seit 2004 Honorarredakteur für das Allgemeine Künstlerlexikon (AKL). 2006 Promotion bei Rudolf Preimesberger mit der Arbeit Santi di Tito (1536-1603) und die Reform des Altarbilds in Florenz an der Freien Universität Berlin. Juli-Dezember 2006 ebd. Wissenschaftlicher Mitarbeiter im von Klaus Krüger geleiteten Teilbereich C 5 "Signa und res. Bildallegorien der Renaissance (14.-16. Jahrhundert)" innerhalb der DFG-Forschergruppe 606 "Topik und Tradition". 2007-2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der von Michael Thimann geleiteten Max Planck Research Group "Das Wissende Bild. Epistemologische Grundlagen profaner Bildlichkeit vom 15. bis 19. Jahrhundert" am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut. Seit 2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Habilitationsprojekt widmet sich dem Thema "Verwandlungskünstler: Prontezza und Stilpluralität bei Luca Giordano".
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