Norbert Miller: Die italianisierte Natur. Franz Lenbach malt den Titusbogen

Abendvortrag in Zusammenarbeit mit dem Dipartimento di Lingue, Letterature e Culture comparate dell'Università degli Studi di Firenze

In Begleitung seines Lehrers Karl Theodor Piloty reiste Franz Lenbach 1858 nach Rom, um dort die Altertümer und Kunstschätze zu studieren und sich gleichzeitig als Landschaftsmaler in die höhere Natur Italiens einzuüben. Er skizzierte und malte den Titusbogen, um nach seiner Rückkehr sein erstes Hauptwerk zu entwickeln, die "Heimkehr der Campagnolen vom Rindermarkt". Der Erfolg schien ihm den Weg in die zeitgenössische Landschaftsmalerei zu eröffnen. Stattdessen begab er sich, eigenem späten Bekenntnis nach, in eine 'zweite Lehrzeit' und kopierte für den Grafen Schack Hauptwerke der italienischen und spanischen Malerei. Der Vortrag sucht nach einer Erklärung für diese doppelte und zweifach verworfene Vorstufe des Porträtmalers Lenbach.

Norbert Miller

Studium der Deutschen Philologie, Geschichte und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, München und Berlin. Seit 1972 ordentlicher Professor für Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin (bis zu seiner Emeritierung 2005). Herausgeber der seit 1961 erscheinenden Zeitschrift "Sprache im Technischen Zeitalter", zwischen 1981 und 1986 Mitherausgeber der Zeitschrift "DAIDALOS. Berlin Architectural Journal". Als wichtige Publikationen wären zu nennen: "Der empfindsame Erzähler. Untersuchungen an Romananfängen des 18- Jahrhunderts" (1968), "Archäologie des Traums. Versuch über Giovanni Battista Piranesi" (1978), "Strawberry Hill. Horace Walpole und die Ästhetik der schönen Unregelmäßigkeit" (1986), "Europäische Romantik in der Musik", zusammen mit Carl Dahlhaus (2 Bde. 1999 u. 2007), "Der Wanderer. Goethe in Italien" (2002), "Mit den Augen der Sphinx. Literarische Endzeitlandschaften" (2005), "Die ungeheure Gewalt der Musik. Goethe und seine Komponisten" (2009).

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