Veranstaltungsort

Complesso Museale Santa Maria della Scala

VI Livello
Piazza Duomo, 2
53100 Siena

Öffnungszeiten

Mo, Di, Do: 10.00-17.00, Fr: 10.00-19.00
Sa-So: 10.00-20.00
Di: geschlossen
30./31. Oktober und 1. November: 10.00-19.00
23. Dezember-6 Januar: Mo-Fr: 10.00-19.00; Sa-So: 10.00-20.00
25. Dezember: geschlossen

Weitere Informationen

Ambrogio Lorenzetti

Eine Ausstellung der Stadt Siena in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz, dem Arcidiocesi di Siena-Colle di Val d'Elsa-Montalcino, der Opera della Metropolitana di Siena, des Opificio delle Pietre Dure di Firenze, des Polo Museale della Toscana, der Soprintendenza Archeologia Belle Arti e Paesaggio per le provincie di Siena, Grosseto, Arezzo, der Università degli Studi di Siena und der Università per Stranieri di Siena
22. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Ambrogio Lorenzetti war einer der bedeutendsten Künstler des spätmittelalterlichen Europa und genoss auch bei Kunstschriftstellern großes Ansehen, denkt man zum Beispiel an die Commentarii des Lorenzo Ghiberti. Die oft herausragenden Forschungen zu Ambrogio konzentrierten sich zumeist auf die Fresken im Palazzo Pubblico in Siena mit den Allegorien und Auswirkungen des Buono und Cattivo Governo, in denen die politische Ethik der italienischen Stadtstaaten in der Spätzeit der Kommunen und besonders der Sieneser Regierung der Nove auf fundamentale Weise zum Ausdruck gebracht wird. Der konzeptuellen Dichte dieses Freskenprogramms wird anlässlich der Ausstellung eine sorgfältige Untersuchung aller anderen außergewöhnlichen malerischen Werke Ambrogios zur Seite gestellt, die hier zum ersten Mal zusammengeführt werden und die geniale Fähigkeit des Künstlers der Visualisierung komplexer Ideen veranschaulichen.

Die Ausstellung, der eine intensive Forschungstätigkeit und bedeutende Restaurierungskampagnen vorausgehen, bietet so die Gelegenheit des Versuchs einer Rekonstruktion der außergewöhnlichen künstlerischen Tätigkeit Ambrogio Lorenzettis, auch im Vergleich mit den Werken seines Bruders Pietro, Simone Martinis und Duccio di Buoninsegnas. Ein derartig beispielloses Unternehmen konnte nur in der Stadt Siena, die über etwa 70 Prozent der bekannten Werke des Malers verfügt, und in den Räumen des alten Ospedale di Santa Maria della Scala in Siena ins Leben gerufen werden, das heute zu einem wichtigen städtischen Museumskomplex geworden ist. Dank einer Reihe gezielter Anfragen nach Leihgaben kann die Ausstellung Werke aus den Musée du Louvre, der National Gallery in London, der Gallerie degli Uffizi, der Musei Vaticani, des Städel Museums in Frankfurt am Main und der Yale University Art Gallery zeigen und zielt darauf, den künstlerischen Werdegang Ambrogio Lorenzettis nahezu vollständig zu rekonstruieren, indem sie in Siena erneut Gemälde zusammenführt, die größtenteils für Sieneser Bürger und die Kirchen der Stadt geschaffen wurden.

Die Ausstellung möchte den herausragenden Stil des Künstlers reflektieren und die Frage, wie er sich im Lauf der Zeiten veränderte; sie will die außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten Ambrogios, die in seinen innovativen ikonographischen Lösungen anschaulich werden, sowie die Rolle des Künstlers für die Entwicklung typologischer Besonderheiten von Bildern beleuchten und einige berühmte, jedoch fast zerstörte Freskenzyklen rekonstruieren. Die Wandmalereien des Kapitelsaals und Klosters des franziskanischen Konvents in Siena, der Freskenzyklus des Kapitelsaals des Konvents von Sant'Agostino in Siena und derjenige der Kapelle von San Galgano in Montesiepi erstehen so dank erhaltener Fragmente in der Ausstellung und im Katalog auf ideelle Weise zu neuem Leben. Neben diesen Gemälden werden die weiteren heute bekannten Werke Ambrogio Lorenzettis in der Ausstellung im Museum von Santa Maria della Scala fast vollständig gezeigt und mit ihnen gewidmeten Studien im Katalog präsentiert. Der die Ausstellung begleitende Katalogband ergänzt sie mit einer Sektion, die den Werken "jenseits der Ausstellung" gewidmet ist, und umfasst Archivaufzeichnungen über den Künstler. Vor allem aber bedeutet er einen wichtigen Erkenntnisgewinn, da er präzise wissenschaftliche Ziele erfüllt: eine historiographische Bestandsaufnahme und Erweiterung der Erkenntnisse über den Maler, seine Werke und Auftraggeber und seine Biographie und seine Welt. Der von Silvana Editoriale herausgegebene Katalog ist damit ein innovatives Werk, um das künstlerische Schaffen Ambrogios und seinen intellektuellen Werdegang verstehen zu können.

Im Einvernehmen mit den wissenschaftlichen Kuratoren wurde ein mehrjähriges Initiativprogramm zur Vorbereitung der Ausstellung erarbeitet. Es stellt den Höhepunkt eines in mehrere Schritte unterteilten Projekts dar, das 2015 mit der Initiative Dentro il restauro begonnen wurde und auf eine vertiefte Kenntnis der Tätigkeit des Künstlers zielte, eine bessere Konservierung seiner Werke und eine Öffnung gegenüber dem Publikum, das die Restaurierungsstätten besuchen konnte. Mit dem Projekt Dentro il restauro wurden einige bedeutende Werke Ambrogios, die untersucht und restauriert werden mussten, nach Santa Maria della Scala verbracht. Der abgelöste Freskenzyklus der Kapelle von San Galgano in Montesiepi und das Polyptychon der Kirche San Pietro in Castelvecchio in Siena, das bei dieser Gelegenheit genauer zusammengefügt wurde und wieder sein originales Kyma mit der Darstellung des segnenden Erlösers erhielt. Die Restaurierungsarbeiten wurden mit der Eröffnung zweier weiterer Restaurierungsstätten fortgeführt, der ersten in der Kirche San Francesco, die der Wiederinstandsetzung der Fresken in dem alten Kapitelsaal der Sieneser Franziskanerbrüder galt und der zweiten in der Kirche Sant'Agostino, in deren Kapitelsaal Ambrogio Lorenzetti einen Zyklus mit der Geschichte der hl. Katharina und den Glaubensartikeln malte, wie Ghiberti in seinen Commentarii schreibt. Diesen Initiativen, welche die Annäherung eines breiteren Publikums an die Malerei Ambrogios einleiteten, schlossen sich vertiefte und innovative vorbereitende Studien für die Ausstellung an, die neue Erkenntnisse über die Werke des großen Künstlers des italienischen 14. Jahrhunderts erbrachten.

     

Die Ausstellung steht unter dem Patronat des Präsidenten der Republik Italien und der Schirmherrschaft des Ministero dei Beni e delle Attività Culturali e del Turismo e della Regione Toscana.

    

Die Ausstellung und der Katalog wurden von Alessandro Bagnoli, Roberto Bartalini und Max Seidel kuratiert und herausgegeben.

Die Aufstellung der ausgestellten Werke wurden von dem Guicciardini&Magni konzipiert.

 
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