SIZE MATTERS
Scale and measure in photography

Eine Online-Ausstellung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut
ab 5. November 2012

Die Frage nach Maß und Maßstäblichkeit ist eng an die Fotografie geknüpft. Die fotografische Aufnahme ist wie ein Fenster zur Welt, die auf der im Verhältnis zum Original meist kleinen Fläche des Papierabzugs einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit wiedergibt, welche der Fotograf durch das Objektiv der Kamera eingefangen hat. Aber nicht nur die Welt in klein: durch die Möglichkeit, von einem einzigen Negativ zahlreiche Abzüge herzustellen, die in ihrer Größe variieren können, entsteht ein Spiel der Größenverhältnisse zwischen realem Objekt und fotografischer Aufnahme. Dieses ist beliebig fortsetzbar, zumindest seit der Verwendung von Vergrößerungsgeräten. Im 19. Jh. stellte man fast nur Kontaktabzüge her, welche die gleichen Maße wie die Negativplatte hatten. Wollte man von den Abmessungen her ein wirkliches "Bild" haben, wie beispielsweise die Ansichten des amerikanischen Westens von C.E. Watkins, nahmen die Negative daher eine beachtliche Größe an (sogenannte "Mammut-Negative"). Andererseits wurden mit den kleinen "cartes de visite" Miniaturporträts für das Bürgertum zugänglich. Die Möglichkeiten der neuen Technik zur Erkundung der Wirklichkeit nutzten die Naturwissenschaften sofort aus, indem sie die Mikro- und Makrofotografie hervorbrachten. Ganz zu schweigen von den Größen der Fotoapparate und anderer Geräte, die man ständig weiterentwickelte und verbesserte. Als sich im 20. Jh. die Fotografie als eigenständige Kunst etabliert hatte, wurden die immer größer werdenden Maße der Abzüge zum Ausdrucksmittel des Fotografen. Maß und Maßstäblichkeit sind auch für die kunsthistorische Dokumentarfotografie wichtig. Diese Online-Ausstellung zeigt im Zusammenhang mit dem Kongress "Size Matters: Questions of Scale in Art History" einige ausgewählte Beispiele dazu.

 
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