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Pompeii Arch&Lab

Projektleitung: Gerhard Wolf und Klaus Sedlbauer (IBP)
Koordination: Gabriella Cianciolo Cosentino, TU München (Teilprojekt Kunstgeschichte); Ralf Kilian, IBP (Teilprojekt Kunsttechnologie und Konservierungsforschung)
Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin: Pia Kastenmeier und weitere Projektmitarbeiter am IBP

Edouard Sain, Les Fouilles à Pompéi, 1865. Paris, Musée d'Orsay

Die Erhaltung von antiken Stätten ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart. So steht Pompeji, die am vollständigsten erhaltene antike Stadt weltweit, aktuell auf der Liste Heritage at Risk der UNESCO Weltkulturerbe-Kommission.

Mit der Zusammenführung der technologischen Kompetenzen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik und der kunst- und kulturwissenschaftlichen Expertise des Kunsthistorischen Instituts in Florenz will dieses im Sommer 2015 begonnene Kooperationsprojekt einen substanziellen Beitrag zur Geschichte Pompejis seit dem 18. Jahrhundert und zum nachhaltigen Schutz seines monumentalen Erbes leisten: In dem naturwissenschaftlichen Ansatz werden die an den pompejanischen Originalen eingesetzten Restaurierungsverfahren und deren Dauerhaftigkeit im Detail analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung von Architekturoberflächen und Mörteln. Aus kunsthistorischer Perspektive erweist sich Pompeji als Archiv der Geschichte der Restaurierungen seit dem 18. Jahrhundert in ihren zeit-, wissens- und technikhistorischen Kontexten.

In dem Projekt werden die bislang verstreuten oder noch nicht gehobenen Quellen/Materialien zu 250 Jahren Restaurierungs- und Musealisierungsgeschichte in Pompeji (mit Seitenblicken auf Herculaneum) erstmals zusammengeführt, wissenschaftlich analysiert und erforscht. Sie dienen zugleich als Wissensbasis für die Entwicklung neuartiger Restaurierungsmaterialien und für innovative Ansätze in der historischen Erforschung Pompejis, das sich als ein multiples Phänomen erweist: Was wir am Ort selbst sehen, ist nicht einfach eine ausgegrabene historische Stadt, die durch den berühmten Vulkanausbruch im Jahr 79 verschüttet wurde, sondern ein Neben- und Übereinander einer Vielzahl von Restaurierungen und Neukonfigurationen von Dekorationen und Dingwelten. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Gestaltung und Formung der Antikenstätte seit dem 18. Jahrhundert sollen in Kooperationen mit weiteren Partnern eingebracht werden. So wird eine Grundlage geschaffen für die weitere Aufarbeitung der Stadt und ihre museale Vermittlung in ihren mehrschichtigen antiken wie neuzeitlichen Temporalitäten.

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