Materialprobe 4 - Die Materialität der Konstruktion. Graphische Verfahren der Welterzeugung

Kolloquium

Eine Veranstaltung der Forschungsinitiative "Wissen im Entwurf" am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und dem Kunsthistorischen Institut (Max-Planck-Institut) in Florenz in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien

'Materialprobe' bezeichnet eine Serie von Kolloquien, die gemeinsam mit den Mitgliedern Netzwerkes von 'Wissen im Entwurf' an wechselnden Orten Fallstudien aus dem Zusammenhang der Forschungsinitiative präsentieren und die exemplarisch und materialnah jeweils ein Feld oder einen Modus des forschenden Schreibens und Zeichnens untersuchen. Die 'Materialproben' stellen unterschiedliche Herangehensweisen an das Material vor und dienen der gemeinsamen methodischen und theoretischen Erschließung von 'paper tools'.

Die vierte Materialprobe konzentriert sich auf die materielle Realität von Konstruktionsprozessen, sprich auf den konkreten Akt der Konstruktion in den Künsten und Wissenschaften der Moderne. Konstruktive Vorgänge waren und sind häufig an graphische Oberflächen gebunden, auf denen aufgezeichnet wird, was sichtbar gemacht oder geschaffen werden soll. Sie kennzeichnet eine Dynamik der Zielorientiertheit, die vorausgreifend Potenzialität vorstellt. Das Ziel, etwas zur Erkenntnis und zur Existenz bringen zu wollen, schließt also von Anfang an ein konstruktives Begehren ein, das ein unkalkulierbares kreatives und/oder imaginatives Moment einbringt und eine Performanz des Ablaufs erzeugt.

Die Bandbreite der hier angesprochenen Aspekte umfasst so unterschiedliche Phänomene wie die Methoden der darstellenden Geometrie, die verschiedensten diagrammatischen und perspektivischen Verfahren in technischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Entwurfs- oder Rekonstruktionsprozessen oder den konstruktiven Zugriff auf Schrift - beispielsweise in der Erstellung von Wortlisten oder Plänen. Alle diese graphischen Hilfsmittel der Konstruktion sind keineswegs arbiträr, sondern gehen von bestehendem Wissen, Apparaturen und Kunstfertigkeiten aus. Aber trotz der Regelgeleitetheit und der häufig zu beobachtenden Konventionalisierung oder Standardisierung bleibt ein unvordenklicher und latenter Faktor des Konstruierens bestehen. Wenn man "techné" als dem Wissen nicht nachgeordnet versteht, sondern als essentiellen Anteil der Wissensproduktion, können die beiden zentralen Funktionen der graphischen Konstruktion in den Blick geraten: zum einen die Aussonderung all jenes Wissens, das für die gezielte Umsetzung nicht (mehr) von Relevanz ist; zum anderen die Antizipation von neuen Quantitäten, Formen oder Raumordnungen.

Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien
Seminarraum 1, Universitätscampus Hof 9
Spitalgasse 2
1090 Wien
Dr. des. Jutta Voorhoeve  
E-Mail:voorhoeve@...

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