Dr. phil. Vera Wolff

Vera Wolff ist Kunst- und Wissenschaftshistorikerin. Am KHI arbeitet sie an einer materialistischen Kunstgeschichte der Globalisierung und an einem Buch, das von der Auseinandersetzung der Kunst mit der Wissenschafts- und Technikgeschichte des Kalten Krieges handelt.

Studium der Kunstgeschichte, Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Philosophie. Wissenschaftliche Mitarbeiterin des DFG-Projekts zum Aufbau eines „Archivs zur Erforschung der Materialikonographie" am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg. 2012 Promotion in Hamburg mit einer von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Arbeit (Die Rache des Materials. Eine andere Geschichte des Japonismus, Zürich/Berlin 2015). Mitarbeiterin des Nationalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik eikones (Universität Basel/ETH Zürich), von 2011 bis 2013 im Modul „Wahrnehmung, implizites Bildwissen und Erkenntnis", von 2015 bis 2016 im Modul „Augenarbeit". 2014/15 Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien. 2016–2019 Oberassistentin an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich. Seit 2015 assoziiertes Mitglied des Züricher Zentrums „Geschichte des Wissens".

  • Kunst- und Wissensgeschichte im globalen Kontext
  • Kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen Ostasien, Europa und den USA
  • Geschichte und Theorie des Materials, der Techniken und der künstlerischen Arbeit
  • Wissenschaft, Industrie und Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart
  • Materialikonographie
  • Wahrnehmungsgeschichte

Die Kunst des Kalten Krieges

Für die Kunst der Zeit des Kalten Krieges gilt gemeinhin die kulturpolitische Instrumentalisierung des Gegensatzes von Realismus und Abstraktion als bestimmend. Das hier skizzierte Projekt weicht von dieser Perspektive ab. Um besser zu verstehen, was die Kunst des Kalten Krieges war, fragt es nach dem Verhältnis der bildenden Kunst zur zeitgenössischen Wissenschafts- und Technikgeschichte und nach den transnationalen Bedingungen dessen, was nach 1945 der „Westen" zu sein versprach. Das Projekt sucht die historischen Denkkollektive auf, in denen die kultur- und medientechnischen Verfahren, die die Epoche prägen sollten, erprobt, legitimiert und kritisch reflektiert wurden. Gegenstand der Analyse ist die „praktische Ästhetik" der wissenschaftlich informierten Entwürfe für das neue Zeitalter, das als das „technische", das „atomare" oder als das der Information und des Wissens firmierte. Wissenschaftliche Institutionen und die Industrie bemühten sich während des Kalten Krieges intensiv um die Künste. ZeitgenossInnen in den USA, Westeuropa, Südamerika und in Japan hofften, mit den damals etablierten Austausch- und Patronageverhältnissen eine moderne Form der „Hoffreiheit", die Bedingungen für eine neue Renaissance und schließlich auch einen neuen Künstlertypus zu schaffen. Das aus dem Projekt hervorgehende Buch beschreibt die spezifische Mischung aus Freiheit und Unfreiheit, die sich in der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Kunst realisierte und zur Neubestimmung der künstlerischen Tätigkeit im Verhältnis zu (post)-industrieller Arbeit und wissenschaftlicher Forschung führen sollte.

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