Forschung

Der Liber insularum Archipelagi des Cristoforo Buondelmonti

Beatrice Blümer

Eine Ansicht der Insel Rhodos im Liber insularum Archipelagi der Staatsbibliothek Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Ham 108, fol. 21v, ca. 1481).

Mit dem Florentiner Mönch und Gelehrten Cristoforo Buondelmonti und seinem umfangreichen Kartenwerk begann die spätmittelalterliche Erfassung ägäischer Inseln und Orte. Dieses Werk erfuhr seit dem frühen 15. Jahrhundert eine vielfältige Rezeption, woraus sich eine hohe Dichte an kopierten, ergänzten und modifizierten Versionen ergab: Insgesamt knapp 80 überlieferten Handschriften aus dem Zeitraum von 1429 bis 1642, welche der Autor wie auch spätere Rezipienten nach ihren eigenen Vorstellungen gestalteten. Die Änderungen betreffen das gesamte Werk in unterschiedlicher Weise: Es wurden kartographischen Abbildungen entfernt oder hinzugefügt und die korrespondierenden Texte erfuhren Wandlungen in ihrer narrativen sowie darstellerischen Struktur.

Bis dato konnten weder alle Handschriften datiert noch zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Ebenso existieren nicht wenige Manuskripte in Bibliotheken, die bislang noch keine größere Aufmerksamkeit seitens der Forschung erhalten haben. Das Forschungsvorhaben richtet sich somit auf die Aufarbeitung des Quellenfundus des Liber Insularum Archipelagi. Im Zentrum steht die textliche sowie bildliche Darstellung der ca. 75 ägäischen Inseln und Orte, für die Korrelationen sowie Unterschiede zu erfassen sind. Ziel ist es, eine Datierung und Systematisierung der Handschriften vorzunehmen, um mögliche Kopiervorlagen zu identifizieren und die Verankerung von Machtstrukturen innerhalb des Kartenwerkes evident zu machen.

Kartographische Abbildungen sind Objekte, mit denen Macht ausgeübt sowie generiert wird, indem sich territoriales und landeskundliches Wissen nach Maßgabe des Erschaffers verändert. Solche Veränderungen, in Form von Auslassungen und Einfügungen von Informationen, sind in den verschiedenen Abschriften des Werkes evident und somit zu untersuchen. Ein Ergebnis ist die Neugestaltung der Wissenskultur, für die der Liber Insularum Archipelagi ein aussagekräftiges Zeugnis im Mediterraneum darstellt, das im Zuge der Rezeption weiterentwickelt und den Vorstellungen der Rezipienten angepasst wurde. 

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