Forschung

Schattenkünste. Klandestine Bildpraktiken am Übergang zwischen Früher Neuzeit und Moderne

Fabian Jonietz

Gaspare Lando: Der Raub des Palladiums, 1783, Öl/Lwd., 97 × 146 cm. Parma, Galleria Nazionale, Inv.-Nr. GN13

Das Projekt, in dessen Zentrum vorrangig Fälle und Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum und aus Italien (ca. 1450–1850) stehen, erforscht die heimliche Produktion oder subversive Manipulation von Bildobjekten, das Entfernen, Entwenden und Verbergen von Kunstwerken sowie den visuellen Umgang mit klandestinen Handlungen und die bildnerische Darstellung ihrer Protagonisten. Ziel ist es, im Hinblick auf die kreativen Prozesse der Künstler (die bereits in der antiken Kunstliteratur die Natur "bestehlen" und Werkstattgeheimnisse hüten) den produktiven Charakter und die ambivalenten Besetzungen derartiger Verfahrensweisen und Vorstellungen herauszustellen und – mit Blick auf kunsttheoretische, sozioästhetische, philosophische und ethische Diskurse und Episteme – die damit in Zusammenhang stehenden Uminterpretationen oder Inversionen von Normen im Kontext des Konzepts der "Kunstliebe", welches mitunter zur Legitimation irregulärer und verbotener Wege und Maßnahmen führt, zu erklären. Der metaphorische "Untergrund", in dem heimliche Praktiken betrieben und verhandelt werden, spaltet sich dabei in Grauzonen und Nischenräume der Produktion, des Sammelns, Handelns und Besprechens von Kunst auf und erlaubt, eine Ideengeschichte des klandestinen Bildes historisch zu verorten und darin zu untersuchen, welchen Anteil die Kategorie der Klandestinität sowie die latente Gefahr der Verlustwerdung und ein dadurch als prekär zu bezeichnender Status an der wertschätzenden Rezeption von Kunstwerken besitzen und in welchem Maße beide Aspekte für ältere Kunstbegriffe konstitutiv sind.

 

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