Forschung
Cimelia Photographica
Costanza Caraffa, Ute Dercks, Almut Goldhahn
Als Cimelia Photographica werden in der Photothek die vor oder um das Jahr 1900 entstandenen Fotografien bezeichnet, die einen historischen Eigenwert besitzen. Sie werden als singuläre Objekte mit eigener Materialität und rekonstruierbarer Biographie behandelt. Jedoch gilt dies auch für Fotografien aus der Zeit nach 1900, deren Materialität und Biographien sie zu Gegenständen der Forschung machen.
Grundlage des Projektes ist die konsequente Verschränkung von Forschungsaktivitäten und Archivpraxis. Fotografien aus dem Nachlass Herman Ulmann, Gustav Ludwigs oder Cornel von Fabriczy, die Schenkung Croquison, die Institutskampagnen oder die Glasnegative von Anton Hautmann bilden die Ausgangspunkte für exemplarische Einzelstudien. Als Basis für diese Art der Objekt- und Archivforschung dient die hochauflösende Digitalisierung des gesamten Fotokartons, wodurch nicht nur die Fotografien selbst, sondern auch die Spuren der Archivierungsgeschichte erfasst werden.
Im Kontext von Cimelia Photographica richten sich die Ankäufe der Photothek zunehmend auf Einzelfotografien und Konvolute vor und um das Jahr 1900. Außerdem organisiert die Photothek zusammen mit dem Florentiner Verein "Fotonomia" alljährlich institutsöffentliche Praxisseminare zum Erkennen historischer fototechnischer Verfahren.


