Nomos der Bilder. Manifestation und Ikonologie des Rechts

Minerva Forschungsgruppe
Carolin Behrmann

Bilder visualisieren, konstituieren und begründen das Recht. Um Normativität zur Wahrnehmung zu bringen, ist die juridische Praxis auf Sichtbarkeit und die sie gestaltenden Bildmedien, Architekturen, Objekte und Design angewiesen. Mit diesen multiplen normativen Dimensionen von Sichtbarkeit, Materialität und Ästhetik setzt sich das Minerva-Forschungsprojekt in Bezug auf die Bildgeschichte und juridische Praxis auseinander.

Über eine systematische Annäherung an das Feld der rechtlichen Praxis, werden Formen, Funktionen und Bedeutungen von Artefakten in ihren rechtshistorischen Kontexten analysiert. Zentrales Anliegen dabei ist es, eine Ikonologie des Rechts zu formulieren, die sich den materiellen und künstlerischen Manifestationen der Rechtsgeschichte sowohl in diachroner als auch transkultureller Perspektive widmet. Die juridisch-normative Dimension von Visualität und Artefakt stellen eine Herausforderung an die Kunst- und Bildgeschichte dar, da sie mit Kanon und Gesetzlichkeit der Kunst eng verbunden ist, sich aber ästhetischen und historischen Kategorisierungen entzieht.

Das Forschungsprojekt nimmt den kontinentaleuropäischen Rechtskreis sowie die Kodifizierung bzw. Manifestation juridischer Normen im Allgemeinen in den Blick. Unter Berücksichtigung der Mobilität von Bildern, Zeichen und Objekten und ihrer Übertragbarkeit in verschiedene kulturelle und soziale Kontexte wird so eine transkulturelle Perspektive zugrunde gelegt, die es erlaubt, Bild und Handlung im Recht vergleichend zu analysieren. Neben der historischen Perspektive wird auch die juridische Praxis der Gegenwart einer bildkritischen Analyse unterzogen. Fiktionen der Evidenz, Stile der Urteilsbildung, Manifestation der Norm, oder Ästhetiken des Widerstands umkreisen eine Rechtskultur, in der politische, ökonomische, religiöse und moralische Konfliktzonen der Gesellschaft verhandelt werden.

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