Forschung

Georgia and the Caucasus: Aesthetics, Art, and Architecture

Annette Hoffmann, Manuela De Giorgi und Gerhard Wolf
mit Barbara Schellewald (Universität Basel) und Marika Didebulidze (Chubinashvili Centre, Tbilisi)

Dekoration eines Fensterbogens, 7. Jahrhundert. Mzcheta (Georgien), Dschwari-Kirche

Das Gebiet der südlichen Kaukasusregion (zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer gelegen) ist seit alters her von den Begegnungen der griechisch-römischen und der persischen Welt geprägt sowie von den Auseinandersetzungen des armenischen und georgischen orthodoxen Christentums mit Byzanz auf der einen Seite und unterschiedlichen islamischen Kulturen und Dynastien auf der anderen, seien sie arabisch oder seldjuckisch, timuridisch, osmanisch oder safawidisch. Während die gegenwärtigen Debatten um den Kulturaustausch zwischen Christentum und Islam sich überwiegend auf den Mittelmeerraum konzentrieren, blickt das Forschungsprojekt damit auf eine in dieser Hinsicht noch weniger erforschte Region, die Georgien, Armenien und Aserbaidschan (einschließlich der im heutigen Iran liegenden Gebiete) umfasst sowie die ehemals georgischen und armenischen Gebiete der Osttürkei. Während die Region aus mediterraner Sicht als "Randgebiet" behandelt wird und deshalb in den kunsthistorischen Narrativen ihre Monumente oft als marginal erscheinen, handelt es sich um einen bedeutenden Kontakt- oder Dialograum (bzw. eine Konfliktzone) zwischen Asien, Mittelmeerraum und Europa mit einer großen Dichte von Monumenten und Artefakten, die sich nicht als Derivate z. B. byzantinischer oder iranischer Kunst erklären lassen. Das zeigt schon ein Blick auf die monumentalen, georgischen und armenischen Architekturen des 10./11. Jahrhunderts in Ostanatolien.

Das Forschungsprojekt ist eine Fortsetzung und Ausweitung des Projektes Georgia in a Cross-Cultural Perspective (2006–09). Erste Schritte unternahm dieser neue Projektabschnitt mit Forschungsreisen in Georgien (darunter Svanetien) sowie der Organisation einer internationalen Tagung in Tbilisi (im September 2011), die sich den Verhältnissen von Figur und Ornament in den christlichen und islamischen Bildkulturen des Kaukasus widmete. Der wichtigste output des Projektes über die letzten Jahre war die fotografische Dokumentation von Monumenten dieser Region. Zu dem ca. 2000 Aufnahmen umfassenden Corpus an Fotografien georgischer Kunst und Architektur, die über die digitale Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz inhaltlich erschlossen werden und frei im Internet konsultierbar sind, kommen ca. 700 Fotos von armenischen Hauptmonumenten, die zur Zeit eingearbeitet werden. In jüngster Zeit ist ein verstärktes Interesse an Georgien in der internationalen Forschung zu beobachten, insbesondere auch von Seiten der islamischen Kunstgeschichte. Ziel des Kooperationsprojekts ist jetzt der Ausbau eines internationalen Forschungsnetzwerks, das sich der Kunstgeschichte der südlichen Kaukasusregion jenseits historischer und gegenwärtiger politischer und religiöser Grenzen widmet. Dies schließt zugleich die intensive Zusammenarbeit mit georgischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein sowie das gemeinsame Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Neben der Erforschung von Monumenten in den komplexen politischen und religiösen Topografien, die für diese Region charakteristisch sind, befasst sich das Projekt in Kooperation mit Museen in Georgien mit den überlieferten Artefakten (Ikonen, Metallarbeiten etc.).

  

In Zusammenarbeit mit der Universität Basel und dem George Chubinashvili National Research Centre for Georgian Art History and Heritage Preservation, Tbilisiel) und Marika Didebulidze (Chubinashvili Centre, Tbilisi)

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