Forschung

Piazza e monumento

Alessandro Nova und Brigitte Sölch mit Stephanie Hanke und Elmar Kossel

Piazza della Repubblica, Florenz (Foto: Francesco Arese Visconti, 2013)

Der Platz gilt seit der Antike als Paradigma der Stadt und des Öffentlichen, dessen politische und soziale Bedeutung sich bis in die Gegenwart fortschreibt. Als solches stellt ihn die Projektgruppe in das Zentrum einer kunsthistorischen Forschung, die die räumliche und mediale Gestaltung sowie die Funktion von Platzanlagen exemplarisch und aus diachroner Perspektive untersucht. In seinen vielfältigen räumlichen Relationen erweist sich der Platz dabei als ein Gefüge, das über sich selbst hinaus auf die Stadt sowie andere "Einheiten" wie das Territorium, die Nation oder die Global City verweisen kann. Nur selten entstammt er einem festen concetto, sondern ist meist ein Beispiel für die longue durée einer Gestaltung mit wechselnden Akteuren, an der vor allem auch in unterschiedlichen zeitlichen Bezugnahmen gebaut wird. Platzanlagen lassen sich daher als komplexe Raum-Zeit-Gebilde begreifen, die entsprechende Anforderungen an die (kunst-) wissenschaftliche Methodik stellen. Die Projektgruppe verfolgt deshalb einen integrativen Ansatz, der alle Gattungen von der Architektur über die Skulptur und die Wandmalerei bis zur Kunst im öffentlichen Raum umfasst.

Neben den Einzelstudien der Mitarbeiter ist aus dem Forschungsprojekt heraus eine Piazza e monumento-Publikationsreihe entstanden, die sich unterschiedlichen Themenschwerpunkten widmet. Der 2010 erschienene erste Band "Platz und Territorium. Urbane Struktur gestaltet politische Räume" (hrsg. von Alessandro Nova und Cornelia Jöchner) konzentriert sich auf Platzanlagen in ihrer Relation zum territorialen Umfeld der Stadt. Im Zentrum des 2014 publizierten Bandes "Skulptur und Platz: Raumbesetzung, Raumüberwindung, Interaktion" (hrsg. von Alessandro Nova und Stephanie Hanke) steht hingegen die Frage nach den raumbezogenen Kräften und Funktionen skulpturaler Monumente, die über den eigentlichen "Gehalt" der Bildwerke hinaus bedeutungskonstitutiv wirken und dem Stadtraum eine eigene Qualität verleihen. Der dritte Band mit dem Titel "Platz-Architekturen. Kontinuität und Wandel öffentlicher Stadträume vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart" (hrsg. von Brigitte Sölch und Elmar Kossel, im Druck) widmet sich der Struktur, Funktion und Wahrnehmung jüngerer Platzanlagen und spannt dabei den Bogen von Camillo Sitte bis zum Tahrir-Platz. Derzeit in Vorbereitung ist ein abschließender Sammelband zu "Platz – Bild / Imaging the Public Square" (hrsg. von Stephanie Hanke und Brigitte Sölch), der nicht nur das bildliche Denken im Entwurfsverfahren, die Interpretation und Visualisierung von Plätzen in Malerei und Fotografie, sondern ebenfalls die Medialisierung des Platzes im Rahmen internationaler Protestbewegungen der Gegenwart berücksichtigt und damit Architektur- und Bildgeschichte in einen engen Dialog setzt.

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