Forschung

Sandrart.net
Sandrarts Teutsche Academie und die Iconologia Deorum (1675-1680) als Nucleus für eine netzbasierte, interdisziplinäre Forschungsplattform zur Kunst und Kulturgeschichte im 17. Jahrhundert

Ein Kooperationsprojekt des Kunsthistorischen Instituts in Florenz, des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Frankfurt a. M., der Bibliotheca Hertziana in Rom, des Städel Museums und des Historischen Museums in Frankfurt a. M.

Laufzeit: 2007 – 2012

Johann Jakob von Sandrart nach Joachim von Sandrart, Priapus, guter und böser Genius, in: Iconologia Deorum, Nürnberg 1680

In dem von der Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt 'Sandrart.net' kooperierten seit April 2007 Forscher des Kunsthistorischen Instituts in Florenz und des Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Erklärtes Ziel war die Erstellung einer Online-Edition von Joachim von Sandrarts 'Teutscher Academie' in den beiden Hauptteilen (1675/1679) sowie der 'Iconologia Deorum' (1680). Die Arbeiten an diesem Projekt wurden im Oktober 2012 abgeschlossen: Einer der bedeutendsten Texte barocker Kunstliteratur wurde damit erstmals wissenschaftlich kommentiert, mit Abbildungen versehen und im Internet verfügbar gemacht. Zahlreiche Fachwissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Italien und der Tschechischen Republik konnten zur Kommentierung der Edition in Teilbereichen hinzugewonnen werden.

Während in der Aufbauphase des Projektes die Tiefenerschließung und Durchsuchbarkeit des Quellentextes - realisiert durch den Aufbau von untereinander vernetzten Datenbanken - im Fokus stand, bildete die Untersuchung der von Sandrart benutzten Quellenschriften den Schwerpunkt der zweiten Projektphase.

Sandrarts kompilatorisches Arbeitsverfahren, das Textpassagen verschiedenster Autoren in Übersetzungen zusammenführt, ist seit längerem Gegenstand der Forschung. Im Rahmen der Online-Edition wurden nun erstmals alle Abweichungen, Auslassungen und Ergänzungen der Quellentexte anschaulich visualisiert. Zahlreiche Neuidentifizierungen von Textvorlagen erweitern die bisherigen Kenntnisse zu Sandrarts Umgang mit seinen Quellen und tragen gemeinsam mit einer differenzierten Kommentierung zu einem besseren Verständnis seines Theoriegebäudes bei. Durch Teilübersetzungen ins Französische von Michèle-Caroline Heck und Anaïs Carvalho (Montpellier, Université Paul Valéry - Montpellier 3) sowie ins Italienische von Cecilia Mazzetti di Pietralata (Rom, Bibliotheca Hertziana) wurde schließlich der vor über 300 Jahren von Sandrart formulierte Anspruch eingelöst: die 'Teutsche Academie' für einen breiteren europäischen Leserkreis rezipierbar zu machen. Neben der Leitung des Projektes und der wissenschaftlichen Forschung zu Joachim von Sandrart, die in die Kommentierungen der Edition einfloss, wurden mehrere Veranstaltungen konzipiert und durchgeführt, in denen die durch das Projekt aufgeworfenen Fragen weitergeführt und diskutiert werden konnten. Dazu gehört vor allem das von Anna Schreurs, Susanne Meurer und Lucia Simonato (Scuola Normale Superiore di Pisa) konzipierte internationale Kolloquium zum Thema '"Aus aller Herren Länder". Die Künstler der 'Teutschen Academie' von Joachim von Sandrart'. Diese Kooperationsveranstaltung von Kunsthistorischem Institut in Florenz und Kunstgeschichtlichem Institut der Goethe-Universität fand vom 09. bis 11. Dezember 2010 in Frankfurt am Main statt.

Des Weiteren konnten auf dem Round Table zum Thema 'Wissen(schaft) online', vom 28. bis 29. März 2011, wesentliche Fragen zur Akzeptanz von wissenschaftlichen Online-Publikationen von Seiten der 'science community' erörtert werden. Die Konzeption oblag hierbei den Projektmitarbeitern Carsten Blüm, Anna Schreurs und Thorsten Wübbena. Die Projektergebnisse flossen in eine Sonderausstellung an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel (02. September 2012 bis 24. Februar 2013) ein, kuratiert von Julia Kleinbeck, Carolin Ott, Christina Posselt, Saskia Schäfer-Arnold und Anna Schreurs. In diesem Rahmen wird die Online-Edition erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Gleichzeitig wechselt das Portal 'Sandrart.net' im Zuge der Ausstellungseröffnung an die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

 

Projektleitung

Alessandro Nova
Thomas Kirchner

Wissenschaftliche Leitung

Anna Schreurs-Morét

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