Workshop

Schandbilder. Infamie, Diffamierung und die Ethik der 'oeconomia'

Workshop "Bilder, Objekte und Zeichen des Rechts" – Teil I
Organisiert von Carolin Behrmann

Rechtsordnungen werden nicht allein durch Texte bestimmt, sondern sie schließen Bilder, Zeichen und Objekte ein auf welche der juridische Diskurs Bezug nimmt, um Urteile zu begründen und rechtskräftig zu machen. Schandbildern kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Im Spätmittelalter hat die über das Bild wirkende Pädagogik der Scham die Strafe von Schuldnern anvisiert, um dem Schuld- und Vertragsrecht Beihilfe zu geben. Historisch gesehen, stellen Schandbilder somit ein forensisches Instrument dar, doch besitzen sie darüber hinaus auch eine brisante, aktuelle Dimension: In modernen Mediengesellschaften werden sie zum Mittel der ethischen Verurteilung und der diffamierenden Darstellung korrupter Personen, wobei sich die heutige Beziehung zwischen Schande und Bild im Vergleich zur Frühen Neuzeit verschoben hat.

Der Workshop widmet sich in zwei Teilen der Infamie und Diffamierung im Grenzbereich von Bild, Recht und Ökonomie. Es soll diskutiert werden, ob Schandbilder bis heute als "Signaturen des öffentlichen Rechtsschutzes" (Brückner) bezeichnet und analysiert werden können. Im ersten Teil werden sowohl die Verknüpfung zwischen Schandbild und Magie oder "Bildzauber" als auch die Bedeutung von Ehren- und Schandstrafen in der Rechtspraxis und deren Repräsentation in frühneuzeitlichen Bildmedien thematisiert. Die Studien zur "pittura infamante" und zum Bildnisgebrauch im Rechtswesen im Allgemeinen, werden somit auch in Bezug auf ihre Funktion für die ökonomische Logik beleuchtet. Der zweite Teil des Workshops konzentriert sich auf die genauen Funktionen und Eigenschaften der Schandbilder, wobei Text- und Bildrelationen aber auch der Evidenzcharakter des Bildes hierbei zentral werden.

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
Palazzo Grifoni - Seminarraum
Via dei Servi 51
50122 Firenze

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