Matinée

Sarah Kreiseler: Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen

Wilhelm Weimar (1857–1917), Aquamanile in Gestalt eines Löwen, um 1898, Glasnegativ, 18 x 23,8 cm

In der Ausstellung Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen (6. Dezember 2019 – 19. Juli 2020) widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckten Glasnegativen, auf denen der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (18571917) Sammlungsobjekte zwischen 1897 und 1915 fotografisch festhielt. Während Weimar damals eine überschaubare Anzahl von rund 1700 sogenannten Reproduktionsfotografien anfertigte, produzieren Museen heute eine weitaus größere Fülle digitaler Abbildungen. Sie veröffentlichen Großteile ihrer Bestände in Online Sammlungen oder auf übergeordneten digitalen Bibliotheken wie Europeana, um sich nach außen zu öffnen und neue Zugänge zu ihren Sammlungen zu ermöglichen. Sichtbar werden so jedoch nicht die Objekte selbst, sondern ausschließlich von Fotograf*innen inszenierte Reproduktionen, die als Stellvertreter dienen sollen. Auch die Negative Weimars entstanden um die Jahrhundertwende als reines Anschauungsmaterial, ohne als eigenständige Foto-Objekte zu gelten. Die besondere Materialität und Haptik des durchschimmernden Glases, das ungewöhnlich große Format von 18 x 24 cm sowie der sichtbare Detailreichtum der abgebildeten Werke führen heute zu einer kulturwissenschaftlichen Neubewertung: Sie werden zu einem zweiten Original. Als Dokumente der Zeitgeschichte geben die Reproduktionen Weimars Hinweise zur Entwicklung des fotografischen Handwerks um 1900 und spiegeln den damaligen Anspruch nach Anfertigung möglichst objektiver Bilder wider.
Mit rund 250 Objekten beleuchtet die Ausstellung den Gebrauch und die Wahrnehmung von Reproduktionsfotografien von 1900 bis heute sowie den Übergang vom der Technik des Zeichnens hin zum Fotografieren von Werken.

Die Ausstellung entstand im Rahmen des interdisziplinären Programms PriMus – Promovieren im Museum, in dessen dreijähriger Laufzeit das Konvolut der Glasnegative Wilhelm Weimars am MKG von Sarah Kreiseler erschlossen werden konnte. In Zusammenarbeit mit Esther Ruelfs, Leiterin der Sammlung Fotografie und neue Medien, kuratiert sie die Ausstellung und stellt Forschungsergebnisse vor. Aus dem erschlossenen Bestand entwickelt sich auch die Dissertation mit dem Arbeitstitel: Das zweite Original. Reproduktionsfotografien im Museum im digitalen Zeitalter am Beispiel Wilhelm Weimars.

 

Von 2017 bis 2019 ist Sarah Kreiseler Doktorandin des interdisziplinären Promotionsprogramms PriMus – Promovieren im Museum an der Leuphana Universität Lüneburg in Kooperation mit sechs Museen in Hamburg, Lüneburg und Lübeck. Sechs Doktorand*innen verbinden ihre Dissertation mit dem Erwerb praktischer Berufserfahrung im Museum. Sarah Kreiseler arbeitete am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in der Abteilung Fotografie und Neue Medien unter der Leitung von Dr. Esther Ruelfs. Zuvor studierte sie Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam in Kooperation mit der FH Potsdam, der University of Otago in Dunedin, Neuseeland sowie Kommunikationsdesign in Berlin. Ihre Masterarbeit trägt den Titel Digitale Sammlungen von Museen. Verschiebung von Zugänglichkeit und Vermittlung musealer Sammlungen.

Hinweis

Diese Veranstaltung wird durch Fotografien und/oder Videoaufnahmen dokumentiert. Falls es nicht Ihre Zustimmung findet, dass das Kunsthistorische Institut in Florenz Aufnahmen, auf denen Sie erkennbar abgebildet sein könnten, für die Veranstaltungsdokumentation und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Social Media) verwendet, bitten wir um eine entsprechende Rückmeldung.

18. Dezember 2019, 11:00 Uhr

Kunsthistorisches Institut in Florenz
Max-Planck-Institut

Palazzo Grifoni Budini Gattai
Via dei Servi 51
50122 Firenze

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