Online-Ausstellung

Zeichnungen aus den Uffizien - neu gesehen

Eine Online-Ausstellung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz und des Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi

Florenz kann zu Recht als Hauptstadt der Zeichenkunst angesehen werden. Nicht zuletzt dank Giorgio Vasaris Beitrag entwickelte sich hier der Gedanke, nach welchem eine Anhäufung von teils auch nur ungeordneten Linien auf einem Blatt Papier einen künstlerischen, und nicht nur einen funktionalen Wert haben könnten. Das Konzept Vasaris von der Zeichnung als Vater der drei Künste geht über die konkrete Wirklichkeit der gezeichneten Blätter hinaus, aber es mag kein Zufall sein, dass in Florenz besonders früh zahlreiche Zeichnungssammlungen entstanden. Die wichtigste darunter ist sicherlich die großherzogliche Kollektion, die den Kernbestand des heutigen Gabinetto Disegni e Stampe der Uffizien (GDSU) bildet. Dieses verfügt nicht nur über einen außerordentlichen Bestand, sondern ist gleichzeitig auch ein pulsierendes Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Material. Die graphische Sammlung des GDSU bildete einen der Gründe, warum die toskanische Stadt als Sitz des 1897 gegründeten "Kunsthistorischen Instituts in Florenz" ausgewählt wurde. Von Anfang an war das Studium der Zeichnungen einer der zentralen Forschungsschwerpunkte des Instituts. Diese Zweckgemeinschaft hat sich jüngst mit einer Reihe von Initiativen erneuert, darunter die Tagungen des Projektes "Linea". Sie ist außerdem der Grundstein des Projektes zur Digitalisierung und elektronischen Katalogisierung des gesamten Bestandes, an welcher das GDSU und das KHI zusammen mit der Scuola Normale Superiore di Pisa arbeiten. Die Online-Ausstellung möchte die Möglichkeiten des Projektes vorstellen, welche weit davon entfernt sind, nur reine Daten zu registrieren, sondern neue Forschungsperspektiven eröffnen. Die Zeichnungen, welche wir präsentieren, sind "neu gesehen": einmal durch die digitale Fotokamera, aber vor allem mit dem Auge der Wissenschaftler, welche sie in die Hand genommen, untersucht und teilweise auch neu zugeordnet haben.

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