Online-Ausstellung

ZANG TUMB TUUM...
100 Werke des Futurismus

Eine Online-Ausstellung der Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut

Der Futurismus war eine Bewegung, deren Gedankengut sich bekanntlich nicht nur in Werken der bildenden Kunst, sondern vorrangig in literarischen wie auch in musikalischen Schöpfungen oder in Manifesten, Pamphleten, Fotographien, Filmen, Theaterstücken und kurzlebigen Zeitschriften niederschlug. Dokumentieren lässt sich der Futurismus also in vielfältiger und bisweilen auch unkonventioneller Form. In einer auf wissenschaftlicher Literatur basierenden Forschungsbibliothek wie der des Kunsthistorischen Institutes muss die Sammlung der Originalwerke der futuristischen Bewegung demnach zwangsläufig eine Sonderrolle einnehmen. Und in der Tat finden sich hier neben Publikationen in Buchform auch Manifeste, Kleinschriften, Musiknoten oder Kuriosa wie etwa eine 'Speisekarte' zu einem Mahl der Cucina Futurista. Bei vielen Gelegenheiten sind die etwa 500 futuristischen Werke und 40 Zeitschriften aus der Zeit der ersten, 'heroischen' (1909-1916) und zweiten, etwas diffuseren Phase (ca. 1918 - ca. 1940), die das Kunsthistorische Institut besitzt, als ein ebenso bedeutender wie origineller Block im Bibliotheksbestand gewürdigt worden. Wenig hingegen war bislang über die Geschichte dieser Sammlung bekannt. Bis heute kursieren über die Dimensionen, die Akquisitionsumstände und deren Chronologie sehr vage und kaum belegte Angaben. Die Online-Ausstellung nehmen wir somit zum Anlass, einerseits ein Panaroma der vielen Facetten des Futurismus in Form von ausgewählten, herausragenden Werken zu präsentieren und andererseits die Geschichte dieses Teilbestandes der Bibliothek genauer zu untersuchen.

Der überwiegende Teil der Sammlung ist in den Jahren zwischen 1955 und 1965 in die Bibliothek gelangt. Die aller meisten Werke wurden über den italienischen Buchhandel akquiriert, nur wenige Titel kamen als Geschenk. Es ist keine futuristische Publikation bekannt, die zeitnah zu ihrem Erscheinen in die Bibliothek gekommen wäre. Vielmehr scheint die Wiederaufnahme des Institutsbetriebes nach der kriegsbedingten Auslagerung, Rückführung und kommissarischen Verwaltung im Jahre 1953 einen festen Terminus post quem zu markieren. In denselben Jahren öffnete sich die Bibliothek erstmals in bis dahin unbekanntem Maße der modernen und sogar zeitgenössischen Kunst in Italien, wenn auch nicht mit derselben Intensität wie im Hinblick auf den Futurismus. Zweifellos wurde mit ihm ein neues Kapitel in der Akquisitionspolitik des Instituts eröffnet.

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