|
|
|
Giusto de' Menabuoi und die Wissenskultur des Trecento in Padua
Peter Scholz Der Florentiner Maler Giusto de’ Menabuoi (um 1320 - um 1390) war vornehmlich in der Stadt Padua tätig, in der im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts seine Hauptwerke entstanden. Padua stellte in dieser Zeit unter der Herrschaft des Geschlechts der Carrara nicht nur eine der mächtigsten Signorien Norditaliens, sondern galt auch als Zentrum großer Gelehrsamkeit und umfangreicher Kunstförderung. Der von Francesco Petrarca hoch gerühmte und verklärte Herrscher Francesco il Vecchio da Carrara engagierte mit dem Paduaner Maler Guariento d'Arpo, dem Veroneser Altichiero und dem Florentiner Giusto de' Menabuoi drei der bedeutendsten Künstler des Trecento. Als Hauptwerk des Giusto de' Menabuoi ist die Ausmalung des Baptisteriums von Padua anzusehen, die seit ihrer Entstehungszeit (um 1378) als monumentales Freskenprogramm über Norditalien hinaus zu Ruhm gelangte. Umso erstaunlicher erscheint es, dass der Künstler hinter diesem Werk weiten Kreisen der kunsthistorischen Forschung recht unbekannt geblieben ist und hinsichtlich der qualitativen Wertschätzung deutlich hinter dem mehr oder weniger zeitgleich agierenden Maler Altichiero zurücktritt. Denn bei der Freskierung dieses öffentlich zugänglichen Gebäudes handelt es sich nicht nur um einen äußerst prestigeträchtigen Auftrag 'per se': die Doppelfunktion des Gebäudes als gleichzeitige Grablege von Francesco da Carrara und seiner Frau Fina lässt auch Rückschlüsse zu auf das hohe Ansehen, welches Giusto in Padua genossen haben muss. Seine Stellung manifestiert sich zudem in den weiteren Freskenprogrammen des Künstlers, deren Auftraggeber sich ausschließlich aus dem befreundeten Umfeld des herrschenden Geschlechts der Carrara generierten. Konzentrierte sich die zumeist italienische Forschung zu Giusto de' Menabuoi bisher fast vollkommen auf ikonografische und stilkritische Untersuchungen seines Oeuvres, so ist die methodische Ausrichtung dieses Promotionsvorhabens eine davon gänzlich verschiedene: ausgehend von der Stellung Paduas als bedeutendes kulturelles, wissenschaftliches und theologisches Zentrum des Trecento und gründend auf der herausragenden Wertschätzung Giustos, die ihm den Austausch mit den gelehrten Zirkeln um Francesco il Vecchio ermöglicht haben muss, soll untersucht werden, inwieweit der Künstler Giusto de' Menabuoi Teil einer trecentesken Paduanischen Wissenskultur war. Hierbei spielt neben dem Mäzenatentum eines Francesco da Carrara, der gleichermaßen Dichter, Künstler und Gelehrte anzog, die bereits im frühen 13. Jahrhundert gegründete, renommierte Universität von Padua eine wichtige Rolle. Schließlich entstand hier beispielsweise auf den Gebieten der Optik, der Astronomie und der Geografie eine große Zahl von Traktaten, die weit über Padua hinaus Beachtung fanden. Das Ziel des Dissertationsprojektes wird sein, Berührungspunkte Giustos mit den Ausformungen und Artikulationen der Paduaner Wissenskultur zu untersuchen und diese im Werk des Künstlers zu verorten.
|
|

Collaboratori
Peter
Scholz
|
< ritorno
stampa
|
|
|
|