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Dr. Tim Urban
Tim Urban
Referent für Forschungskoordination und Öffentlichkeitsarbeit
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Geschichte des Instituts

Im Kreise der Gelehrten, Kenner und Künstler um Karl Eduard Freiherr von Liphart (1808-1891), zu denen auch Wilhelm von Bode, Adolph Bayersdorfer, Adolf von Hildebrand und Hans von Marées gehörten, wird die Idee diskutiert, in Florenz nach dem Vorbild des Archäologischen Instituts in Rom eine kunsthistorische Forschungsstätte einzurichten. Das Institut solle aus einer von Fachleuten betreuten Bibliothek und einer Abbildersammlung bestehen. So wäre der direkte Kontakt mit den Kunstwerken und Archiven gewährleistet. Vorbild dafür ist wohl von Lipharts eigenes Haus in der Via Romana, in dem sich der Zirkel gelehrter Kunstkenner trifft und seine Sammlungen an Gemälden, Büchern, Stichen und Altertümern studiert.

  

1878

Abb. 1: August Schmarsow (1853-1936)
Abb. 1: August Schmarsow (1853-1936)

1878 ergreift Carl Ruland, der spätere Direktor des Großherzoglichen Museums im Weimar, die Initiative und formuliert eine Denkschrift an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit dem Vorschlag, ein Kunsthistorisches Institut in Florenz zu gründen. Der Gedanke findet Interesse, doch scheitert das Projekt an der Verweigerung finanzieller Unterstützung durch das Finanzministerium.

 

1888

Seit 1883 setzt sich der Breslauer Professor für Kunstgeschichte August Schmarsow (1853-1936) im preußischen Ministerium nachhaltig für die Gründung des Instituts in Florenz ein. Im Wintersemester 1888 hält er erstmals kunsthistorische Lehrveranstaltungen in Florenz ab. Die neun Studenten der ersten Stunde sind Aby Warburg, Ernst Burmeister, Hermann Ulmann, Max J. Friedländer, Albert Kollmann, Johannes Seger, Max Semrau, August Winkler und Ernst Zimmermann. Mit ihnen gemeinsam ruft  Schmarsow das "Kunsthistorische Institut" aus. Er hält Vorlesungen über italienische Plastik im Circolo Filologico im Palazzo Ferroni, und in seiner Wohnung veranstaltet er Übungen zur Geschichte der italienischen Skulptur und zum Verhältnis von Masaccio und Masolino. Ausflüge zu Kunstdenkmälern in der Umgebung ergänzen das Programm. (Abb. 1)

  

1893

Der Kunsthistorikerkongress in Nürnberg beschließt, "an der vornehmsten Stätte kunsthistorischer Studien, in Florenz" ein Forschungsinstitut zu errichten. Ein geschäftsführender Ausschuss wird gebildet, der sich aus den Professoren Max Georg Zimmermann, August Schmarsow und Adolph Bayersdorfer sowie einer fünfzehnköpfigen Kommission zusammensetzt. (Abb. 2)

 

1896

Der Ausschuss verfasst den Aufruf zur Gründung "eines kunstgeschichtlichen Institutes", der von zahlreichen namhaften Kunsthistorikern im In- und Ausland unterzeichnet wird und über die "Kunstchronik" Verbreitung findet. Die Ziele des Instituts sind:

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Abb. 3: Heinrich Brockhaus (1858-1941)

Abb. 2: Adolph Bayersdorfer (1842-1901) und Arnold B&ouml;cklin (1827-1901)
Abb. 2: Adolph Bayersdorfer (1842-1901) und Arnold Böcklin (1827-1901)
    1. die Anschaffung einer möglichst vollständigen wissenschaftlichen Bibliothek und einer großen Sammlung von zu vergleichenden Studien geeigneten Abbildungen, die in entsprechenden Arbeitsräumen zugänglich sein sollen.
    2. die Anstellung eines "allseitig gebildeten Kunstgelehrten" als ständigen Leiter, der die Sammlungen verwaltet, Kollegen unterstützt und den Nachwuchs führend begleitet.

    Mit der Unterstützung des einflussreichen Wilhelm von Bode und anderer kommen beachtliche Spenden aus dem In- und Ausland  zusammen. Der Ausschuss wird erweitert, hinzugewählt werden Wilhelm Bode, Carl Justi, Franz Xaver Kraus und Henry Thode, den Vorsitz übernimmt August Schmarsow. Dieser schlägt den aus der Leipziger Verlegerfamilie stammenden Kunsthistoriker Heinrich Brockhaus (1858 – 1941) für den Direktorenposten vor. Die Institutsgründung und die Wahl Brockhaus' zum zukünftigen Direktor werden auf dem Internationalen Kunsthistorikerkongress in Budapest öffentlich bekannt gegeben. (Abb. 3)

         

         
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