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Die sanfte Macht der Saitenklänge. Orpheus, Apoll, Arion und David im 15. und 16. Jahrhundert
Ein Ausstellungsprojekt des Gabinetto Disegni e Stampe der Uffizien in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
20. Juni - 20. August 2012

Die vier Protagonisten der Ausstellung - Orpheus, Apoll, Arion und David - verbindet das wundermächtige Spielen auf einem Saiteninstrument: Sie erzeugen damit eine dem Chaos entgegentretende Kraft der Harmonie. Das Wirkprinzip der Harmonie ist dabei nicht allein auf die Musik beschränkt, sondern durchdringt nahezu alle Daseinsbereiche. Deshalb kann die Darstellung von Orpheus, der durch seine Lyra und seinen Gesang die wilden Tiere friedlich um sich vereint, zugleich politisches Sinnbild einer funktionierenden Zivilgesellschaft sein. Das Saitenspiel Davids, vor König Saul, der von einem bösen Geist geplagt ist, kann als Akt der Heilung von Leib und Seele verstanden werden. Und die Lyra des Sonnengottes Apoll agiert als kosmische Lyra, wenn ihre sieben Saiten, mit den sieben Planeten in Analogie gesetzt, eine universale Harmonie erzeugen.

Die Saiteninstrumente fungieren also nicht bloß als Klangkörper in den Bildern dieser Ausstellung. Vielmehr sollen hier ihre verschiedenen Dimensionen als Sinnträger beleuchtet werden. Die ausgewählten Werke, vornehmlich Zeichnungen und Stiche aus den reichen Sammlungen des Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi, stammen überwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In dieser Zeit wurden die berühmten Rezitatoren der paganen Antike und der Bibel mit zunehmender Häufigkeit und in neuen Kontexten dargestellt. Diese Entwicklung ging mit der zunehmenden Bedeutung des Saiteninstrumentes als Projektionsfläche für diverse Harmonie-Theorien einher.

Neben ihrer Rolle als Sinnträger werden die dargestellten Instrumente auch als unentbehrliche Dokumente der Musikgeschichte vorgestellt, die über den Bau der Instrumente wie auch über die musikalische Praxis informieren. So schließt die geplante Ausstellung an die 1951 gezeigte Schau "I disegni musicali del Gabinetto degli Uffizi e delle minori collezioni pubbliche a Firenze" an, seinerzeit die erste Ausstellung, welche in Italien der Darstellung von Musikinstrumenten im Bild gewidmet wurde.

Die Ausstellung wird von Susanne Pollack, einer Mitarbeiterin von Prof. Dr. Gerhard Wolf am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut, kuratiert. Damit wird die seit langem praktizierte Zusammenarbeit zwischen diesem Institut und dem Gabinetto Disegno e Stampe degli Uffizi fortgesetzt, die von dem lebhaften Dialog zwischen den Spezialisten beider Institutionen profitiert. Die fruchtbare Zusammenarbeit wird nicht zuletzt von dem Katalog zur Ausstellung reflektiert, an dem sowohl Wissenschaftler verschiedener Abteilungen des KHI als auch des GDSU als Autoren beteiligt sind.


 

Projektmitarbeiter
Susanne Pollack

Weitere Informationen
Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi


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