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San Carlo Borromeo. Konstruktion und Inszenierung eines Heiligenbildes im Spannungsfeld zwischen Mailand und Rom

Katja Burzer

Der Mailänder Kardinal und Erzbischof Carlo Borromeo (1538-1584) war zu Lebzeiten eine ebenso herausragende wie umstrittene Persönlichkeit. Trotz der zahlreichen Feinde, die sich der zu rigiden Maßnahmen neigende Kardinal-Erzbischof zu Lebzeiten geschaffen hatte, setzte bereits an seinem Totenbett ein vielschichtiger Prozess seiner politischen Vereinnahmung und Instrumentalisierung ein. Ohne die Zwischenetappe einer Beatifikation führte dieser Prozess schließlich 1610, nur 26 Jahre nach Carlo Borromeos Tod, direkt zu seiner Kanonisation. Die demnächst im Druck erscheinende Dissertation analysiert die Instrumentalisierung der Figur Carlo Borromeos im kirchenpolitischen Kräftespiel der nachtridentinischen Epoche anhand seiner bildlichen Darstellungen. Ausgangspunkt der Untersuchung war die Frage nach den Strategien, mittels derer Carlo Borromeo schon kurz nach seinem Tod erfolgreich zum Heiligen stilisiert und dessen neu geschaffenes, im Bild verdichtetes Image nach der Kanonisation gefestigt und ausgebaut wurde. Dies führte zu der Frage, wie sich Heiligkeit im Falle Carlo Borromeos überhaupt visuell evozieren ließ und welche Inhalte durch die Bilder transportiert wurden. Mit Schwerpunkt auf der Dekade vor und unmittelbar nach der Heiligsprechung, der Zeit der Schaffung und Ausdifferenzierung des Heiligenbildes, wurden unter diesen Gesichtspunkten gattungsübergreifend eine Auswahl der prominentesten und repräsentativsten Beispiele der Kunst um Carlo Borromeo untersucht und auf ihren fakten-, sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Hintergrund hin transparent gemacht. Nach einer genauen Untersuchung des Stellenwerts der Bilder im Kult um den Heiligen vor seiner Kanonisation und anläßlich der Heiligsprechung, schließt die Arbeit mit einer Analyse ausgewählter Aspekte der Inszenierung des neuen Heiligen in den ersten beiden Jahrzehnten nach seiner Kanonisation.


 

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Katja Burzer

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