Kalender
Informationen
Institut
Mitarbeiter
Forschungsprojekte
Publikationen
Bibliothek
Photothek
Förderer
Ausschreibungen
Allgemeines
Baumaßnahmen
Kataloge
Neuerwerbungslisten
Digitale Bibliothek
Projekte
Nachlässe
     
                 
Go to Homepage
 
STEMMARIO - Wappen Florentiner Familien, Kirchen, Bruderschaften und Hospitäler

Jan Simane, Ute Dercks, Ingeborg Bähr, Monika Butzek, Lisa Hanstein, Harald Drös, Charlotte Niemann, Laura Cirri in Zusammenarbeit mit Fabrizio Falchi, Fausto Rabitti

Eine seit 1909 im Besitz des Kunsthistorischen Instituts befindliche Wappenkartei besteht aus mehr als 2.800 Zeichnungen von Wappen hauptsächlich Florentiner Familien. Diese einzigartige Sammlung, die in ihrem beträchtlichen Umfang in mühsamer Kleinarbeit offenbar von einem einzigen, anonymen Zeichner des späten 19. Jahrhunderts geschaffen wurde, ist ein häufig konsultiertes Instrument zur Identifizierung von Wappen, die sich etwa an Palastfassaden, Grabmälern oder Altarbildern befinden können.

"Stemmario" ist Teil des in Zusammenarbeit mit der Photothek entwickelten Digitalisierungsprojekts "Ausgewählte Quellen zur Kunstgeschichte und Topographie von Florenz". Die erste Phase des 2005 begonnenen Projekts umfasste die Digitalisierung des Konvoluts an Wappenzeichnungen sowie eine internationalen Standards der Heraldik entsprechende Beschreibung der Wappen (Blasonierung). Die auf diese Weise generierten Begriffe werden zusammen mit den Familiennamen und weiteren Informationen indiziert und in eine Datenbankstruktur integriert, auf deren Grundlage eine entsprechende Recherche möglich ist.

Ein über bisherige Navigationsmöglichkeiten in Bilddatenbanken hinausgehendes Instrument wird in Zusammenarbeit mit dem Istituto di scienza e tecnologia dell'Informazione (ISTI) des Consiglio Nazionale di Ricerca (CNR) in Pisa entwickelt: die computergestützte Bilderkennung als Suchoption. Neben der verbalen Indexierung, die das Auffinden der Wappen in der Datenbank unter vielfältigen inhaltlichen Kategorien sichert, wird eine Software zur Bilderkennung für das Wappenprojekt angepasst. Dabei werden die digitalisierten Bilder automatisch in dezidierte Bildfelder zerlegt, die mit Hilfe eines Algorithmus mit ähnlichen Feldern anderer Bilder abgeglichen werden. Das Ergebnis liefert das Ranking der höchsten Ähnlichkeit. Das Kunsthistorische Institut wird auf der Grundlage dieser neuen Variante der visuellen Analyse von Bildern die eigenen Forschungen in geeigneten Fällen entsprechend ausrichten bzw. neue Forschungsfelder erst überhaupt erschließen.

Gegenwärtig wird an der Mehrsprachigkeit der Suchoberfläche gearbeitet. Ebenso ist die Entwicklung einer Ontologie-Struktur für die Eingabe von Begriffen in die Datenbank geplant, mit deren Hilfe sich die Zusammenarbeit mit Institutionen ermöglichen ließe, die unter anderen sprachlichen Bedingungen weitere, zu "Stemmario" kompatible Wappensammlungen digitalisieren. Erste diesbezügliche Konsultationen mit Archiven und Bibliotheken in Florenz haben bereits stattgefunden.

Die Bibliothek arbeitet bei diesem Projekt mit der Photothek zusammen.
 

 



Studientage "L'arme segreta. Heraldik und Kunstgeschichte im Mittelalter (13. bis 15. Jahrhundert)" (Firenze/Pisa, 25. - 26. November 2011)
 
Seite drucken
 
Go to MPG Homepage