Ausstellungsort

Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi

Via della Ninna 5
50122 Florenz
Italien

Il Dolce Potere delle Corde
Orfeo, Apollo, Arione e Davide nella grafica tra Quattro e Cinquecento

Ein Ausstellungsprojekt des Gabinetto Disegni e Stampe degli Uffizi in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
21. Juni - 23. September 2012

  

Jan Harmensz. Muller (Amsterdam, 1571-1628), nach Cornelis Cornelisz. van Haarlem, Arion, ca. 1590
Jan Harmensz. Muller (Amsterdam, 1571-1628), nach Cornelis Cornelisz. van Haarlem, Arion, ca. 1590

Die Ausstellung ist einem Objekt gewidmet: dem Saiteninstrument. Wie alle Instrumente, muss es berührt werden, um leisten zu können, wofür es geschaffen wurde. Nur so entsteht der Saitenklang, der dann den Raum unsichtbar und schwerelos durchdringt und mit Harmonie erfüllt. Die Kraft des Saiteninstrumentes, Harmonie verbreiten zu können, hat dabei wenig mit Zauberei zu tun, sondern vielmehr mit den Regeln und Gesetzmäßigkeiten von Maß und Proportion, die seit Pythagoras’ Experimenten mit dem Monochord bekannt und bis heute gültig sind.

Ein mechanischer Vorgang ist das Spielen eines Saiteninstrumentes trotzdem nicht, und nicht jeder ist dazu in der Lage. Die Blätter der Ausstellung zeigen vier der berühmtesten Meister, drei mythische und einen biblischen: Orpheus, Apollo, Arion und David. Sie alle spielen ihr Saiteninstrument und wir sehen, wie dieses klingende Objekt das Leben eines jeden bestimmt und sie ihrerseits unser Bild vom Saiteninstrument als Harmoniesymbol prägen: Orpheus zähmt die wilden Tiere mit dem Klang seiner Lyra und sogar die Herrscher der Unterwelt vermag er damit zu erweichen; der kitharöde Apoll lenkt die Musen und damit die Klänge des Kosmos; Arion beruhigt das wild tosende Meer und David kann mit den Klängen seiner Harfe die Melancholie seines Herren, König Saul, lindern.

Neben ihrer Rolle als Symbole werden die dargestellten Instrumente auch als unentbehrliche Dokumente der Musikgeschichte vorgestellt, die über den Bau der Instrumente wie auch über die musikalische Praxis der Zeit informieren. So schließt die geplante Ausstellung an die 1952 gezeigte Schau Mostra di strumenti musicali in disegni degli Uffizi an, seinerzeit die erste Ausstellung, welche in Italien der Darstellung von Musikinstrumenten im Bild gewidmet wurde.

Die Ausstellung, kuratiert von Susanne Pollack, einer Mitarbeiterin von Prof. Dr. Gerhard Wolf am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut, setzt die seit langem praktizierte Zusammenarbeit zwischen diesem Institut und dem Gabinetto Disegno e Stampe degli Uffizi fort, die von dem lebhaften Dialog zwischen den Spezialisten beider Institutionen profitiert. Die fruchtbare Zusammenarbeit wird nicht zuletzt vom Katalog zur Ausstellung reflektiert, an dem sowohl Wissenschaftler verschiedener Abteilungen des KHI als auch des GDSU als Autoren beteiligt waren.

 
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