Online-Ausstellung

Ramboux. Zwischen Kunst und Kunstgeschichte

Eine Online-Ausstellung der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz
ab dem 20. November 2017

Johann Anton Ramboux (1790-1866) hat mit seinen Kopien italienischer Gemälde und Fresken die kunsthistorische Forschung nachhaltig geprägt. Generationen von Kunstforschenden und Kunstschaffenden verließen sich auf Ramboux' Kopienmuseum, für das er auf seinen Italienreisen zwischen 1816 und 1843 die Grundlagen schuf. Seine Zeichnungen, Durchpausungen, Lithografien und Aquarelle vor allem mittelalterlicher Kunstwerke sind oft die einzigen Bildquellen aus dieser Zeit, bevor das Kopieren vor Ort durch das Fotografieren abgelöst wurde. An Ramboux' Blättern wurde seinerzeit von Kunsthistorikern wie Karl Friedrich von Rumohr, Franz Kugler oder Johann David Passavant insbesondere die "Originaltreue" zum Werk geschätzt. Ramboux' Arbeiten sind heute auf viele Museen verteilt und finden sich außerdem als fotografische Reproduktionen oft auch in Bildarchiven. In der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz werden diese Reproduktionen zusammen mit historischen und modernen Fotografien zum jeweiligen Kunstwerk abgelegt, um das Studium des Gemäldes oder Freskos zeit- und medienübergreifend zu ermöglichen. Fotografien von Ramboux' Aquarellen, Zeichnungen und Lithografien zu Giottos Fresken in Assisi liegen daher nicht etwa in der Sektion "Malerei Deutsch, 19. Jahrhundert", sondern unter dem Künstler Giotto in der "Malerei Gotik".

Die Online-Ausstellung wurde angeregt durch die Neusser Ausstellung im Clemens-Sels-Museum Ramboux - Italien so nah (2016) und entstand in Zusammenarbeit mit der Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz, Wolfgang Loseries und dem Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Letzteres hat durch seine "digitalen Leihgaben" von Ramboux' Aquarellen die auf Lithografien und Fotografien aus den Beständen von Photothek, Bibliothek und Privatbesitz konzentrierte Online-Ausstellung außerordentlich bereichert.

 
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