Ausstellungsort

Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut

Casa Zuccari
Via Capponi 22
50122 Florenz

Contrappunti - Arte contemporanea alla Casa Zuccari
Nel giardino delle Esperidi – Arance per HvM
Erwin Wortelkamp

Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut

18. November - 10. Dezember 2006

 

Erwin Wortelkamp, <em>Orangen für Hans von Marées</em>
Erwin Wortelkamp, Orangen für Hans von Marées

'Contrappunti' ist eine neue Veranstaltungsserie am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut, die einen zeitgenössischen Künstler einlädt, sich mit einem kunsthistorisch einzigartigen Ort, der Casa Zuccari, auseinanderzusetzen.

Mit Andrea del Sarto, der das Gebäude errichten ließ, und Federico Zuccari, der die casa übernommen, ausgebaut und vor allem den heute noch erhalten Freskensaal geschaffen hat, haben sich zwei renommierte Künstler der Renaissance einen Ort errichtet, an welchem Wohnen und Arbeiten zusammengeführt wurden. Die Einrichtung eines anspruchsvollen "Künstlerhauses", wie sie vor allem unter Zuccari Gestalt annahm, war programmatisch. Der erste Künstler, der in 'Contrappunti' mit Skulpturen und Arbeiten auf Papier auf die Räume der Casa Zuccari reagieren wird, ist Erwin Wortelkamp (geb. 1938). Seine Maxime lautet: "Ein gutes Kunstwerk behauptet sich immer in einem starken Umfeld und zwar in der Ausbildung einer gleichberechtigten Partnerschaft."

Wortelkamp, der seit 1986 in Acquaviva Picena eine zweite Wohn- und Arbeitsstätte unterhält, nahm in der gezeigten Werkgruppe mit dem Obertitel "Orangen für Hans von Marées" explizit auf das Werk eines Malers Bezug, der im ausgehenden 19. Jahrhundert in Italien seine Wahlheimat fand. Die intensivste Zeit eines künstlerischen Austausches hatte Marées zwischen 1873/75 in Florenz, wo er im ehemaligen Kloster San Francesco da Paola mit dem Bildhauer Adolf Hildebrand und dem Kunstphilosophen Conrad Fiedler zusammenlebte. In Auseinandersetzung mit Marées bildeten die Werke von Wortelkamp ein reiches Spiel von historischen Verweisen, denn das Künstlerhaus gehört heute zum Kunsthistorischen Institut, das just in Florenz just in den Jahren des Wirkens von Marées’ und der sich in diesen Jahrzehnten etablierenden Kunstgeschichte gegründet worden ist.

 
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