Termin

15. Februar - 17. Februar 2017

Veranstaltungsort

Istituto degli Innocenti

Sala Brunelleschi
Piazza della Santissima Annunziata 12
50121 Florenz

Kunsthistorisches Institut in Florenz
Max-Planck-Institut

Palazzo Grifoni Budini Gattai
Via dei Servi 51
50122 Florenz

Kontakt

Julia Bärnighausen, M.A.
Julia Bärnighausen
Wiss. Mitarbeiterin BMBF-Projekt 'Foto-Objekte'
Telefon: +39 055 24911-43
Dr. Costanza Caraffa
Costanza Caraffa
Leiterin der Photothek
Telefon: +39 055 24911-64
Fax: +39 055 24911-40
Links: Opac

Weitere Informationen

Foto-Objekte. Zur Materialität von Fotografien und Foto-Archiven in den Wissenschaften

Ein Symposium des Verbund-Projektes "Foto-Objekte. Fotografien als (Forschungs-) Objekte in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte"

Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut / Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, www.fotobjekt.hypotheses.org.

   

Fotografien sind nicht nur Bilder, sondern auch historisch geformte, dreidimensionale Objekte: Sie besitzen eine physische Präsenz, tragen Spuren von Gebrauch und Nutzung und zirkulieren in sozialen, politischen und institutionellen Netzwerken. Über ihren visuellen Inhalt hinaus werden sie seit einigen Jahren zunehmend als materielle Akteure (an)erkannt, die nicht nur indexikalisch verweisen, sondern als Werkzeuge in (Wissens-)Praktiken auch konstituierend wirken und multiple Bedeutungen eröffnen. Sie sind "Foto-Objekte" im doppelten Sinne: Abbildungen von Objekten und materielle Objekte zugleich.

Von Anbeginn waren Fotografien wichtige methodische Instrumente in den verschiedensten Wissensgebieten: Ob Ausgrabungsfunde, Menschen in Tracht, Kunst im Museum oder Schneeflocken unter dem Mikroskop – durch die Fotografie wurden solche Forschungsgegenstände aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen gelöst, in einheitliche und transportable Formate gebracht, neu kontextualisiert und vergleichbar gemacht. Gerade die materiellen Qualitäten der Fotografien haben deren Einsatz in den Wissenschaften entscheidend geprägt, indem sie bestimmte Gebrauchsweisen nahelegen, einige ermöglichen und andere ausschließen. Eingriffe in und Handlungen mit Fotografien machten und machen aus ihnen für die Wissenschaften verwendbare "Foto-Objekte". Damit wurden sie archivierbar, klassifizierbar und konnten so den Bedürfnissen einer positivistischen Wissenschaftskultur mit ihrem Anspruch auf "Objektivität" entgegenkommen. Die Konturierung zahlreicher akademischer Disziplinen ist daher ohne die Fotografie nicht denkbar. Hierzu trug die Bildung spezialisierter Fotoarchive als Schnittstellen von Technologie und Forschung bei. Sie waren und sind Laboratorien wissenschaftlichen Denkens, in denen Objekte aller Art als Teil eines materiellen und dynamischen Wissenssystems miteinander inter- und reagieren – von "Foto-Objekten" in ihren diversen Manifestationsformen über Aufbewahrungsmöbel bis hin zu Karteikarten, Inventarbüchern, Referenzlisten, Grafiken und illustrierten Publikationen.

Unter der Prämisse fotografischer Materialität untersucht das Symposium das epistemologische Potential von analogen und digitalen Fotografien und Foto-Archiven in den Geistes- und Naturwissenschaften. Beiträge aus allen Disziplinen sollen im Rahmen der Tagung aus einer komparatistischen Perspektive diskutiert werden. Im Sinne eines methodologisch-selbstreflexiven Ansatzes soll darüber hinaus auch die Konzeptionalisierung der Materialität und Mobilität von Fotografien durch Begriffe wie "Biografie", "Itinerar" oder "Netzwerk" kritisch in den Blick genommen werden. Ausgehend von den materialen Aspekten fotografischer Praktiken in den Wissenschaften werden sich die Vorträge mit der Zirkulation und Distribution von Fotografien, der Konstruktion Disziplinen-spezifischer Methoden im Umgang mit Fotografien, Ordnungs- und Klassifikationspraktiken sowie Arbeitsprozessen in Foto-Archiven und schließlich mit Fotografien in verschiedenen institutionellen Kontexten (Archive, Museen, Forschungseinrichtungen, Labore) auseinandersetzen.

   

Keynote-Speakers:

Lorraine Daston, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
Elizabeth Edwards, De Montfort University, Leicester.

   

Speakers:

Zeynep Çelik (New Jersey Institute of Technology–Rutgers University)
Idil Çetin (Galatasaray University, Istanbul)
Haidy Geismar (University College London) and Pip Laurenson (Tate London / Maastricht University)
Lena Holbein (DFG-Graduiertenkolleg Das fotografische Dispositiv, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)
Vered Maimon (Tel Aviv University Ramat Aviv)
Maria Männig (Karlsruhe)
Anaïs Mauuarin (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Paris)
Omar Nasim (Universität Regensburg)
Suryanandini  Narain (Jawaharlal Nehru University, New Delhi)
Christopher Pinney (University College London)
Christina Riggs (University of East Anglia, Norwich)
Katharina Sykora (DFG-Graduiertenkolleg Das fotografische Dispositiv, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)
Petra Trnková (Czech Academy of Sciences Husova, Prague)
Kelley Wilder (Photographic History Research Centre, DeMonfort University, Leicester)

   

Teil des Symposiums ist ein Workshop über das Projekt "Foto-Objekte".

   

Organisation:

Costanza Caraffa und Julia Bärnighausen, Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut

     

Wir danken dem Istituto degli Innocenti für die Zusammenarbeit.

 
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