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Kunsthistorisches Institut in Florenz - Max-Planck-Institut
Casa Zuccari
Via Giuseppe Giusti 49
50121 Firenze

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Dr. Carolin Behrmann  

Überzeugungsfiguren in Rathausbildern. Ein Vergleich zwischen Dieric Bouts und Albrecht Dürer

  • Datum: 22.10.2014
  • Uhrzeit: 10:00
Workshop mit Claudia Blümle

veranstaltet von der Minerva Forschungsgruppe "Nomos der Bilder. Manifestation und Ikonologie des Rechts"

    

Wenn Bilder Evidenz herstellen sollen, benötigen sie bestimmte figurative oder formale Überzeugungsfiguren, die ein Wechselverhältnis von Sehen und Zeigen hervorbringen und dabei eine vermittelnde Funktion zwischen Bild und Betrachter einnehmen. Diese visuelle wie theatrale Bildevidenz soll ausgehend von Dieric Bouts Löwener Rathausbildern in den juridischen Kontext gerückt werden, um die Produktion von juridischer Evidenz im Bild offenzulegen. Die beiden Rathausbilder von Bouts (1471-73) und Dürer (1521) sind jeweils auf den bestimmten Rechtsraum und seine Funktion hin gemalt, die mit der konstitutiven Überzeugungsfigur im Bild eine Verbindung zum Handlungsraum 'in' und 'vor' dem Bild herstellen. Die zentrale Gemeinsamkeit dieser Gemälde beruht somit auf einem dargestellten Blick, der nicht zur gezeigten Erzählung gehört und auch nicht an der dargestellten Szene partizipiert. Stattdessen nimmt dieser Blick eine Betrachterposition zweiter Ordnung ein, womit er eine interpersonale Struktur gegenüber dem gezeigten Sachverhalt im Bild und dem Betrachter vor dem Bild erzeugt. Der Werkvergleich, der im Workshop zur Diskussion stehen soll, macht den Blick auf eine Bildstruktur frei, die mittels verschiedenen Bildelementen eine vermittelnde Scharnierfigur erschafft, um Bild und Rechtsraum miteinander zu verschränken.

   

Claudia Blümle ist Professorin für Geschichte und Theorie der Form am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und am Exzellenzcluster Bild, Wissen, Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor. 1995–2002 Studium der Kunstgeschichte, Neueren Allgemeinen Geschichte und Neueren deutschen Literaturwissenschaft in Basel und Berlin. 2002–2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Das Leben schreiben. Medientechnologie und die Wissenschaften vom Leben (1800-1900) an der Bauhaus-Universität Weimar. 2006–2009 Mitglied SNF eikones/Bildkritik im Modul 1 (Die Macht der Bilder. Bildpolitik). 2005–2009 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere Kunstgeschichte der Universität Basel. 2009 Habilitationsstipendium des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). 2010–2014 Prorektorin für Wissenschaft und Forschung an der Kunstakademie Münster. 2009–2014 Professorin für Ästhetik und Kunstwissenschaft an der Kunstakademie Münster.

 
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