Natural artifizio - artifiziosa natura
Grotten der frühen Neuzeit in Italien

Eine Online-Ausstellung der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut

ab 22. Februar 2010

  

Die Architektur italienischer Villen der Frühen Neuzeit ist sowohl durch typologische als auch technische Innovationen charakterisiert, die oft an den Einsatz von Wasser in den Gärten geknüpft waren. Eines der immer wieder aufgegriffenen Motive sind die künstlich angelegten Grotten, welche sich mit Beginn des 16. Jahrhunderts vor allem in Florenz, Genua und Rom verbreiteten und in deren reich ausgestatteten Räumen der antike Topos des Paragone zwischen Natur und Kunst anklingt. Nicht zuletzt aufgrund dieser Verbindung von Naturmaterialien und künstlichen Materialien, und auch wegen ihrer oft nach außen sich öffnenden Architektur, sind die Grotten in besonderer Weise dem Verfall ausgesetzt. In vielen Fällen existieren die Gärten, in welche die Grotten eingebunden waren, nicht mehr und häufig befinden sie sich in einem besorgniserregenden Zustand. Aus diesem Grund ist ihre fotografische Dokumentation besonders wichtig. Ihr kommt die Aufgabe zu, sowohl zu ihrer Erhaltung beizutragen, als auch die Grotten wenigstens virtuell zugänglich zu machen. Die von uns präsentierten Grotten befinden sich größtenteils in Privatbesitz und sind auch für die Forschung oft nicht leicht zugänglich.

Die online-Ausstellung zeigt eine Auswahl an Fotografien aus unserem Archiv, die zum größten Teil während einer Fotokampagne entstanden, welche 2006 in Zusammenarbeit mit Stephanie Hanke in Genua durchgeführt wurde. Des Weiteren ist eine Kampagne zu erwähnen, welche die Photothek 2005 in Florenz durchgeführt hat. Die digitale Photographie ermöglicht es, im Detail den Reichtum und die Kostbarkeit der Materialien zu betrachten, wobei der Besucher nicht versäumen sollte, die Wirkung, welche einst die Wasserspiele in den Grotten hervorriefen, hinzuzudenken.

 
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