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Dr. Costanza Caraffa
Costanza Caraffa
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Fotografie, Krieg und cultural heritage

Costanza Caraffa, Ute Dercks und Almut Goldhahn

Die Auseinandersetzung mit Fragen des cultural heritage rückt vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und neuer Konflikte im 21. Jahrhundert immer stärker ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. In diesem Zusammenhang stellen die Bestände fotografischer Archive wichtige Primärquellen dar. Ausgehend von der Beschäftigung der Photothek mit dem Deutschen Militärischen Kunstschutz in Italien fragt das Projekt nach dem Stellenwert des kulturellen Erbes in politischen Krisenzeiten und den unterschiedlichen Transferleistungen, welche die Fotografie in diesem Zusammenhang zu leisten hat.

Spätestens seit dem ersten Weltkrieg ist von einer regelrechten Medialisierung des Krieges zu sprechen, in welcher die Dokumentarfotografie systematisch als Mittel politischer Propaganda eingebunden wurde. Die Aufnahmen von gefährdeten oder gar zerstörten Kunstwerken verwiesen im Kontext der hegemonialen Bestrebungen auf eine konkrete Bedrohung des kulturellen Erbes. Dieses hatte bereits im 19. Jahrhundert als identitätsstiftendes Element im Zusammenhang mit den Staatsbildungsprozessen eine wichtige Rolle gespielt, wobei die Fotografie wesentlich zur Herausbildung und zur visuellen Definition des jeweiligen kulturellen Kanons beitrug. Das zu diesem Zeitpunkt noch junge Medium wurde gezielt eingesetzt, um das Kulturgut der einzelnen Nationen in seinen vielschichtigen Facetten zu dokumentieren. Damit werden die fotografischen Aufnahmen gleichzeitig selbst Bestandteil des cultural heritage.

        

Aufsätze

Almut Goldhahn: Von Kulturpolitik zu Kulturpropaganda. Das Kunsthistorische Institut in Florenz in den Jahren des Nationalsozialismus, in: Kunstgeschichte in den besetzten Gebieten 1939–1945, hrsg. von Magdalena Bushart, Agnieszka Gąsior und Alena Janatková, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2016, S. 27-46.

Costanza Caraffa / Almut Goldhahn: Zwischen 'Kunstschutz' und Kulturpropaganda. Ludwig Heinrich Heydenreich und das Kunsthistorische Institut in Florenz 1943-1945, in: Kunsthistoriker im Krieg. Deutscher Militärischer Kunstschutz in Italien 1943-1945, hrsg. von Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen und Ralf Peters, Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2012, S. 93-110

 
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