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Publikationen

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Piazza e monumento

Alessandro Nova und Brigitte Sölch mit Stephanie Hanke und Elmar Kossel

Das Verhältnis zwischen Platz und Skulptur, die Tradierung und Neudefinition des Platzes seit dem 19. Jahrhundert sowie das Platz-Bild sind die jüngsten Themenschwerpunkte der Projektgruppe. Sie untersucht den Platz in seinen räumlichen Relationen und begreift ihn dabei zugleich als ein Gefüge, das über sich selbst hinaus auf die Stadt sowie andere "Einheiten" wie das Territorium, die Nation oder die Global City verweisen kann. Nur selten entstammt der Platz einem festen concetto. Meist ist er ein Beispiel für die longue durée einer Gestaltung, an der nicht nur wechselnde Akteure teilhaben, sondern an der vor allem auch in unterschiedlichen zeitlichen Bezugnahmen gebaut wird. Damit erweist sich der Platz als ein komplexes Raum-Zeit-Gebilde, das entsprechende Anforderungen an die (kunst-) wissenschaftliche Methodik stellt. Die Projektgruppe verfolgt deshalb einen integrativen Ansatz, der alle Gattungen von der Architektur über die Skulptur und die Wandmalerei bis zur Kunst im öffentlichen Raum umfasst. Während Elmar Kossel einen besonderen Akzent auf die Untersuchung der räumlichen Inbesitznahme und der Konstruktion eines faschistischen Geschichtsbildes am Beispiel neuer Platzgründungen der Mussolini-Zeit legt, konzentriert sich Stephanie Hankes wissenschaftliche Tätigkeit in besonderer Weise auf die Relation von Platz und Monument. Im Zentrum ihres Interesses steht dabei die räumliche Verortung wie auch soziale und politische Kontextualisierung von Skulptur im Stadtraum, die sie auch in ihrer medialen Interpretation in der Platzfotografie des 20. und 21. Jahrhunderts untersucht. Im Rahmen ihres größeren Forschungsprojektes zu italienischen Hafenanlagen der Frühen Neuzeit beschäftigt sie sich mit der speziellen Situation von Monumenten auf Hafenplätzen sowie mit dem Entstehen früher Uferpromenaden in Süditalien. Damit befasst sie sich aus einer anderen Perspektive ebenso mit der Frage nach Grenzen und Schwellen des Platzes wie Brigitte Sölch, die neben ihrem Habilitationsprojekt zur vor-/modernen Ideengeschichte des Forums auf den Platzrand fokussiert und das Portal unter Einschluss der menschlichen Stützfigur in der Architektur als sympathetischen Interaktionsraum interpretiert. Die Ausbildung von Handlungsräumen von Richtern und Beamten in frühneuzeitlichen Rathäusern, die den dargestellten mit dem gebauten Platz unmittelbar in Beziehung setzen und ein eigenes "Zwischen" (Hannah Arendt) als Bestandteil politischer Kommunikationsräume ausbilden, stellt – ebenso wie die Frage nach der Bedeutung der italienischen Piazza als Modell, Modul und Metapher – einen weiteren Schwerpunkt der Forschungen dar.

Neben diesen Einzelstudien der Gruppe fand die Piazza e monumento-Publikationsreihe, deren erster Band dem Thema Platz und Territorium. Urbane Struktur gestaltet politische Räume (hg. v. Alessandro Nova und Cornelia Jöchner) gewidmet war, eine weitere Fortsetzung: Im Zentrum des von Alessandro Nova und Stephanie Hanke 2014 herausgegebenen Buches Skulptur und Platz: Raumbesetzung, Raumüberwindung, Interaktion steht die Frage nach den raumbezogenen Kräften und Funktionen der Skulptur, die über den eigentlichen "Gehalt" des Bildwerks hinaus bedeutungskonstitutiv wirken und dem Stadtraum eine eigene Qualität verleihen. Diesem wird ein weiterer Band zu Platz-Architekturen. Kontinuität und Wandel öffentlicher Stadträume vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart folgen, der den Bogen von Camillo Sitte bis zum Tahir-Platz spannt und dessen Herausgabe Brigitte Sölch und Elmar Kossel derzeit vorbereiten. Er steht, wie die Publikationsreihe überhaupt, in engem Bezug zu den wissenschaftlichen Veranstaltungen der Projektgruppe, die im Oktober 2015 eine weitere internationale Tagung zu Platz-Bild / Imaging the Public Square ausrichtete. Hierbei rückte die Eigenlogik des Bildes in Bezug auf den Platz erstmals dezidiert ins Zentrum der Diskussion, die Entwurfsverfahren ebenso berücksichtigte wie etwa die bildliche Interpretation, Visualisierung und Medialisierung des Platzes und damit Architektur- und Bildgeschichte in einen engen Dialog setzte.

   

Forschungsprojekte:

 
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