Ausstellungsort

Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin

Kabinett in der Gemäldegalerie
Kulturforum Potsdamer Platz
Eingang: Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Das Jahrhundert Vasaris
Florentiner Zeichner des Cinquecento

Eine Ausstellung des Kupferstichkabinetts Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut anlässlich des 500. Geburtstages von Giorgio Vasari (1511-1574)

17. Mai - 21. August 2011

 

<p>Giorgio Vasari, <i>Verkündigung an Maria</i>, um 1545</p>

Giorgio Vasari, Verkündigung an Maria, um 1545

Berühmtheit erlangte Giorgio Vasari vor allem durch seine Künstlerbiographien, er war aber auch ein produktiver Maler und Architekt und nicht zuletzt ein virtuoser Zeichner. Diesen Aspekt seines Schaffens würdigt die aktuelle Ausstellung im Kabinett der Berliner Gemäldegalerie mit Handzeichnungen Florentiner Maler und Bildhauer des 16. Jahrhunderts aus den Beständen des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin. Neben einigen herausragenden Arbeiten von Vasari selbst sind hier Blätter seiner Freunde, Kollegen und Nachfolger, aber auch aus der Generation seiner Lehrer und Vorbilder zu sehen. Mit dem Schaffen der hier vertretenen Fra Bartolomeo und Andrea del Sarto, Baccio Bandinelli und Benvenuto Cellini, Jacopo Pontormo und Francesco Salviati, Giambattista Naldini und Jacopo Zucchi hat sich Vasari als Autor und Künstler zum Teil intensiv auseinandergesetzt. So bietet die Kabinettausstellung - auch anhand einiger unbekannter und neu zugeschriebener Werke - ein Panorama der Entwicklung der Florentiner Zeichenkunst während der Lebenszeit Giorgio Vasaris, von 1511 bis 1574. An der Auswahl wird neben den unterschiedlichen individuellen Handschriften und graphischen Techniken auch die Herausbildung jenes Florentiner, der Prägnanz der Linie verpflichteten 'Disegno'-Ideals anschaulich, das in Vasari seinen herausragenden Historiker und Theoretiker fand.

In Ergänzung zu seinen 'Vite' versuchte Vasari auch die Entwicklungsgeschichte der Handzeichnung zu dokumentieren. Im Laufe seines Lebens erwarb er deshalb zahlreiche Beispiele von verschiedenen Künstlern, die ihm als unverwechselbarer Ausdruck ihrer persönlichen 'maniera' galten, und fasste sie in mehreren Bänden seines so genannten 'Libro de' Disegni' zusammen, aus dem hier ebenfalls ein Blatt gezeigt werden kann. Ausgestellt sind zudem die Erstausgaben (1550 und 1568) der beiden Editionen von Vasaris "Lebensbeschreibungen der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten".

 

Zur Ausstellung ist ein von Heiko Damm und Dagmar Korbacher gemeinschaftlich verfaßter Katalog erschienen (Edition Minerva, 64 Seiten).

 
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